Mehr als 240 Menschen tummelten sich auf der Empore und im Parkett der Gießener Sophie-Scholl-Schule in der Rödgener Straße, um Oliver Manger, dem Vorsitzenden des Vorstands zu lauschen, der Besucher und Besucherinnen sowie vor allem die zu ehrenden jungen Persönlichkeiten begrüßte.
13. Vergabe des Ehrenamtspreises
„Ich bin jedes Mal bewegt, wenn ich hier stehe“, sagte Manger beim Blick in die Runde. Die Bürgerstiftung Mittelhessen hat den Preis zum 13. Mal verliehen, um jungen Menschen aus der Region zu danken, die sich zum Teil schon lange ehrenamtlich engagieren. „Sie alle sind Vorbilder und unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft“, rief Manger den jungen Leuten zu.
Hunderte junge Frauen und Männer zwischen 15 und 25 wurden im Lauf der Geschichte des Ehrenamtspreises bereits geehrt, in diesem Jahr kamen 71 hinzu. Sie alle wurden von ihren Vereinen, Organisationen oder Schulen vorgeschlagen und von einer unabhängigen Jury bewertet und für unbedingt preiswürdig befunden. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Sängerin Aayana Bato, die ihr Programm mit englischen und deutschen Titeln perfekt auf die Veranstaltung abgestimmt hatte.
In diesem Jahr wurde der erste Preis an zwei junge Menschen vergeben. Vorstandsmitglied Sven Köppe gratulierte Hannes Grutzeck aus Gießen und Lea Luisa Forsch aus Wetter. Sie beide erhalten von der Bürgerstiftung Mittelhessen jeweils 500 Euro für ihr außergewöhnliches Engagement.
Der 20-jährige Grutzeck ist engagierter Pfadfinder, und das von Kindheit an. Das Besondere: Er habe von Beginn an Verantwortung übernommen, sei es als Teamleiter oder später als sogenannter Stammwart, sagte Köppe in seiner Laudatio. Im Sommer hat Grutzeck, der derzeit Agrarwissenschaft studiert und nebenbei noch eine Firma aufbaut, Verantwortung für eine Gruppe mit 100 Personen übernommen. Aber er fördere auch andere junge Menschen, die sich gerne mehr einbringen möchten.
Lea Luisa Forsch ist Schulsprecherin an der Wollenbergschule Wetter und hat als Leiterin der Schülervertretung die „Sorgensprechstunde“ ins Leben gerufen. Außerdem hat sie einen Spendenlauf an der Schule organisiert, bei dem 16.000 Euro eingenommen wurden.
Die zweiten Preise wurden von Dr. Katja Krämer-Schultheiss und Stefan Becker, beide im Kuratorium der Stiftung, übergeben. Geehrt wurde Finn Görlach (Pohlheim), der an der August-Hermann-Francke-Schule (AHF) ein Lehrer-Quartettprojekt ins Leben gerufen hat, um die Kosten für die Abiturfeiern zu stemmen. Außerdem führte er regelmäßig durch die Schule und moderierte Schülergottesdienste, Präsentationsabende sowie Aufführungen.
Samuel Glaum (Pohlheim) leitet an der AHF den Schülerbibelkreis und moderiert Schülergottesdienste. Er organisiert Alten- und Krankenbesuche und ist auch politisch aktiv.
Alina Maus (Pohlheim) setzt sich für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ein. So war sie unter anderem Volunteer beim Host Town Programm anlässlich der Special Olympic World Games. Bei der evangelischen Behindertenseelsorge Gießen unterstützt sie die bei der Öffentlichkeitsarbeit, auf Ausflügen oder auch auf Veranstaltungen.
Maximilian Luft (Rabenau) engagiert sich in der Powergarage in Rabenau-Odenhausen, außerdem ist er im Jugendforum aktiv und hat sich unter anderem an der Planung für das Demokratiefest beteiligt.
Tuna Öztürk (Staufenberg) trainiert eigenständig eine U10-Jungenmannschaft und organisiert den Trainings- und Spielbetrieb. Mit ihrer wertschätzenden Art begeistert sie die Kinder und wird von Eltern und Verein gleichermaßen anerkannt.
Magdalena Brach (Linden) engagiert sich in der St.-Bonifatius-Gemeinde in Gießen, unter anderem als Teamerin im Sommerlager als auch bei wöchentlichen Gruppenstunden. In der Schule ist sie Vertrauensschülerin.
Josephine Schröder (Pohlheim) ist seit fünf Jahren stark gehbehindert und hat trotzdem nie aufgehört, sich für andere Menschen einzusetzen. Unter anderem ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin im Seniorenheim. Außerdem ist sie seit drei Jahren im Jugendbeirat der Stadt Pohlheim ehrenamtlich tätig.
Die Namen der Preisträger des dritten Platzes (jeweils 100 Euro Preisgeld) werden auf www.bstmh.de veröffentlicht. Wer für die nächste Runde einen jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren im Blick hat, der im Rampenlicht stehen sollte, kann diesen ab dem 1. November ausschließlich über die Homepage der Stiftung vorschlagen.