Lokales

Vorbereitung auf Bekämpfung der Schweinepest

Mit einer speziellen Desinfektionsanlage ergänzt der Landkreis seine Ausstattung, die bei einem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest zum Einsatz kommen soll.
12. Dezember 2020, 13:00 Uhr
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Mithilfe der neuen Desinfektionsanlage können Fahrzeuge gereinigt werden, die bei einem Ausbruch der Tierseuche im Landkreis zum Transport von Tierkadavern genutzt würden. Hier wird die Anlage an einem Feuerwehrfahrzeug getestet. Foto: Heike Döhn/Landkreis

Mithilfe dieser Anlage können Fahrzeuge desinfiziert werden, die bei einem Ausbruch zum Transport von Tierkadavern genutzt würden. Gemeinsam mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Ebsdorfergrund-Dreihausen testete der Landkreis die Anlage.

Auch wenn Corona derzeit das beherrschende Thema ist, kümmert sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf parallel natürlich auch um weitere Aufgaben, die von der Kreisverwaltung erledigt werden.

Für den Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, in dem auch der für das Veterinärwesen und Tierseuchen zuständige Fachdienst angesiedelt ist, ist die afrikanische Schweinepest eine der relevanten Aufgaben.

Spezialkräfte in Dreihausen vor Ort

Einsatzkräfte der Feuerwehr Dreihausen - dort sind Spezialkräfte des Katastrophenschutzes für den Einsatz mit Gefahrstoffen oder chemischen und biologischen Stoffen stationiert - haben sich gemeinsam mit Amtstierarzt Dirk Behnke, der den Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz leitet, mit der Anlage vertraut gemacht. Die Feuerwehrleute sollen die Anlage im Ernstfall aufbauen und in Betrieb nehmen.

Menschen nicht gefährdet

Die afrikanische Schweinepest ist eine Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Die ursprünglich nur in Afrika vorkommende Seuche ist in Asien inzwischen stark verbreitet und auch in osteuropäischen Ländern angekommen. In Deutschland sind seit September erkrankte Wildschweine in Brandenburg und Sachsen aufgefunden worden. Die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar, auch der Genuss von Fleisch eines infizierten Tieres ist nicht gefährlich. Wild- oder Hausschweine erliegen aber in der Regel der Erkrankung. Das Auftreten der Pest hat massiven Einfluss auf den Export von Schweinefleisch, was Deutschland als Europas größten Schweinefleischexporteur stark trifft.

Was im Fall der Fälle zu tun ist

Sollte im Landkreis ein erkranktes Schwein gefunden werden, so wird ein Gebiet um die Abschuss- oder Fundstelle als gefährdetes Gebiet und ein Areal um das gefährdete Gebiet als Pufferzone festgelegt. Die Körper der toten Tiere werden zu Sammelplätzen transportiert, die zuvor von den Städten und Gemeinden festzulegen sind. Anschließend werden die Kadaver zu einer Tierkörperbeseitigungsanstalt transportiert und dort vernichtet.

Damit eben diese Autos das Virus nicht noch weiter verbreiten, müssen sie desinfiziert werden. Mithilfe der getesteten neuen Desinfektionsanlage können die Fahrzeuge und die Behälter, in denen die toten Tiere sich befunden haben, entsprechend gereinigt werden.

15.000 Euro Kosten

Die Fahrzeuge fahren durch einen Sprühbogen, der den Unterboden, Radkästen und die Seiten des Fahrzeugs erfasst. Stellen, die dabei nicht erreicht werden, können zudem mit einer Schaumlanze von Hand gereinigt werden. Die rund 15.000 Euro teure Anlage, die der Landkreis beschafft hat, arbeitet mit Desinfektionsschaum. Dieser Schaum verlängert die Einwirkzeit und damit die Effektivität des Desinfektionsmittels, da er länger an Oberflächen haftet. Er ist zudem anwenderfreundlich, da weniger Sprühnebel gebildet wird.

Nähere Informationen zur afrikanischen Schweinepest gibt es auch beim Friedrich-Löffler-Institut unter www.fli. de.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/smlokales/vorbereitung-auf-bekaempfung-der-schweinepest;art2773,716363

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