08. Juli 2026, 13:00 Uhr

Marburg

Trinitatiskirche teilweise gesperrt

Während einer Routineüberprüfung hat sich gezeigt, dass es ein Problem mit den Geschossdecken im Erdgeschoss der Trinitatiskirche Wehrda gibt.
08. Juli 2026, 13:00 Uhr
Aufgrund baulicher Mängel ist die Trinitatiskirche im Erdgeschoss aktuell nicht nutzbar. Foto: Reichel

Die Tragfähigkeit der Baukonstruktion ist gegeben, aber die Holzunterdecke wird als nicht verkehrssicher eingestuft. Um kein Risiko einzugehen, hat der Kirchenvorstand beschlossen, dass die Räume erst einmal nicht mehr betreten werden dürfen. Was an Sanierungsmaßnahmen erforderlich ist, wird nun mit Experten besprochen. Die Gottesdienste finden vorerst im Untergeschoss statt, das über eine Außentreppe erreichbar und von der aktuellen Schließung nicht betroffen ist.

Elisabethkirche Kassel als Warnung

Wie alle Kirchengebäude der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) werden auch die Kirchen in Marburg regelmäßig überprüft. Durch den Einsturz der Elisabethkirche in Kassel 2024 sind alle Verantwortlichen noch einmal zusätzlich sensibilisiert worden, an den diesbezüglichen Maßgaben festzuhalten.

„Wir sind unserer Verpflichtung nachgekommen, das Gebäude prüfen zu lassen, aber es gab keinen Anlass, anzunehmen, dass etwas nicht in Ordnung wäre“, sagt Pfarrerin Bettina Mohr. Nun liegt das Ergebnis der Untersuchung vor: Es könne bei der Holzunterdecke im Erdgeschoss zu „einem plötzlichen Versagen ohne Ankündigung“ kommen, laut Prüfbericht. Deshalb wurde nun sofort gehandelt. „Auch hier kommen wir unserer Verpflichtung nach“, erklärt Mohr.

Ein Problem sind die „Befestigungsmittel“ der Holzkonstruktion der Kirche aus dem Jahr 1980: Sogenannte glattschaftige Nägel und Klammern können unter dem Eigengewicht der Konstruktion herauswandern oder sich herausziehen. Nach Rücksprache mit Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg und Fachleuten des Bauausschusses und des Landeskirchenamts entschied der Kirchenvorstand, das Erdgeschoss vorsichtshalber zu sperren.

Nicht nur der große Kirchenraum ist mit der Holzverkleidung versehen, sondern auch die Büroräume, die Küche und die Toiletten im Erdgeschoss. Welche baulichen Maßnahmen nun erforderlich und umsetzbar sind, soll bei einem Ortstermin geklärt werden.

Der Kirchenkreis nehme seine Verantwortung ebenfalls ernst und unterstütze die Kirchengemeinde bei allen Schritten, so Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg. „Zugleich vertraue ich darauf, dass eine Kirchengemeinde wie die Trinitatiskirchengemeinde flexibel und kreativ mit dieser Herausforderung umgehen wird und dabei von ihrer Nachbargemeinde geschwisterlich unterstützt wird“, ergänzt er. Wie es nach den Ferien weitergeht, will der Kirchenvorstand so schnell wie möglich entscheiden.

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