13. Juli 2026, 13:00 Uhr

Marburg

Leiter der Stadtbücherei geht in Ruhestand

Die Marburger Stadtbücherei trägt seine Handschrift: Jürgen Hölzer hat die Entwicklung der Institution 36 Jahre lang begleitet und maßgeblich geprägt.
13. Juli 2026, 13:00 Uhr
Jürgen Hölzer hat sein Amt als Leitung der Marburger Stadtbücherei niedergelegt. Bis Jahresende verabschiedet er sich dann ganz in den Ruhestand. Die Bibliothek nimmt er als Miniatur-Nachbildung mit – ebenso wie viele schöne Erinnerungen. Foto: Simone Batz/Stadt Marburg

Nun hat sich der Bibliotheksleiter der Stadtbücherei Marburg in den Ruhestand verabschiedet – aber er bleibt dem Team noch bis Jahresende erhalten. „Der Abschied erfüllt mich mit Dankbarkeit“, sagte Jürgen Hölzer. Der Zeitpunkt fühle sich für ihn beruflich und privat richtig an, seine Aufgaben als Leiter der Stadtbücherei abzugeben. Zu seiner Abschiedsfeier waren neben seinem Team zahlreiche Kollegen aus dem Bibliothekswesen und städtischen Fachdiensten gekommen.

Gemeinsam blickten sie auf die vergangenen 36 Jahre zurück. Seit 1990 war Jürgen Hölzer der Leiter der Stadtbücherei. Als er sein Amt antrat, gehörte dazu auch die Leitung der „Deutsch-amerikanischen Bibliothek“, die gerade mit der Stadtbücherei in das modernisierte „Amerika-Haus“ eingezogen war.

Das Gebäude am jetzigen Standort in der Ketzerbach nahe der Elisabethkirche trug damals noch die Bezeichnung „J.F. Kennedy-Haus“. Seitdem haben die Institution und die Menschen, die in der Stadtbücherei arbeiten, viele Veränderungen durchlaufen.

Mit Engagement und Herzblut

„Die Bibliothek trägt Ihre Handschrift. Sie haben sie zu dem gemacht, was sie heute ist: einen zeitgemäßen, attraktiven Ort“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Er überbrachte den Dank des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung an den langjährigen Bibliotheksleiter. „Mit konsequenter und nachdrücklicher Art haben Sie dafür gesorgt, dass die Stadtbücherei gut organisiert, sortiert und für alle Menschen zugänglich ist – und so allen das ‚Abenteuer Lesen‘ nahebringt“, so der OB.

Hölzers Kollegin und Stellvertreterin Cornelia Wiegand bestätigte dies: „Sie haben viel bewegt – fachlich, menschlich und mit großem Engagement. Und Sie haben den Fachdienst mit Kompetenz, Ruhe und Weitblick geleitet und unterstützt.“

„36 Jahre – das ist keine Amtszeit, sondern ein literarisches Epos“, fasste Stadträtin Kirsten Dinnebier die Dauer von Jürgen Hölzers Tätigkeiten als Leiter der Marburger Stadtbücherei zusammen. Neben ihr hoben auch die anderen Redner sein Engagement und Herzblut sowie seine Verlässlichkeit und Ruhe in all den Jahren hervor.

„Verabschiedung auf Raten“

Die Abschiedsfeier begleitete Hölzer selbst musikalisch auf der E-Gitarre – und spielte neben Rory Gallaghers „Easy come, easy go“ und Herbert Grönemeyers „Zum Meer“, jazzig-bluesige und norwegische Klänge sowie melodiösen Hard Rock. Und obwohl Hölzer im Rocksong der Michael Schenker Group „There’s no return“ (deutsche Übersetzung: „Es gibt kein Zurück“) singen ließ, ist er noch nicht ganz weg. Das Team hat noch etwas Zeit, sich an die veränderte Situation zu gewöhnen: So unterstützt Hölzer die Kollegen bis Ende 2026 an drei Tagen pro Woche für einige Stunden bei den Aufgaben. „Ein echter Bibliotheksmensch geht nicht einfach – es ist eine Verabschiedung auf Raten“, fasste Dinnebier zusammen.

Auch Hölzer selbst hat somit die Möglichkeit, sich langsam auf den Ruhestand vorzubereiten. Und selbst danach wird die Stadtbücherei noch weiterhin bei ihm sein – unter anderem als Miniatur-Anfertigung, die ihm seine Kollegen als Abschiedsgeschenk übergaben. Doch trotz der vielen guten Erinnerungen freut sich Hölzer auch auf das, was kommt, und lächelte bei den Worten von Michaela Hjara vom Personalrat: „Es wartet ein neues, ungelesenes Buch auf Sie.“

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