01. Februar 2026, 13:00 Uhr

Gießen

Spezialisiert für komplexe Notfälle

Das Gesundheitsministerium hat ein Pilotprojekt verlängert: Das Gießener Medical Intervention Car kommt bei Unfällen zum Einsatz.
01. Februar 2026, 13:00 Uhr
Einsatzbereit: Professor Dr. Emmanuel Schneck (l.) vom UKGM und Dirk Rausch, Bereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe, könnten im Falle einer Alarmierung sofort durchstarten. Foto: Landkreis

Bei einem schweren Verkehrsunfall wird der Fahrer eines Kleinwagens lebensbedrohlich verletzt und verliert große Mengen an Blut. Der Einsatz ist so kritisch, dass die zentrale Leitstelle des Landkreises Gießen als ergänzendes Einsatzmittel das Gießener Medical Intervention Car – kurz GiMIC – mit alarmiert. Eine Entscheidung, die das Überleben des Patienten rettet, da das Fahrzeug Blutkonserven mit sich führt. Nun hat das hessische Gesundheitsministerium die vom Landkreis Gießen als Träger des Rettungsdienstes beantragte Fortführung des Pilotprojektes genehmigt - zunächst bis 31. Dezember 2027 und in der Hoffnung, dass das GiMIC auch danach weiterfahren wird.

Hessenweit einmalig

Bislang ist das Projekt hessenweit einmalig. Das GiMIC ist kein Ersatz für bereits etablierte Rettungsmittel, es ergänzt die bereits vorhandenen Strukturen im Rettungsdienst und ist eine Unterstützung bei kritischen Verletzungen, die ohne das Sondereinsatzfahrzeug am Einsatzort nicht behandelbar wären.

Gestellt wird das Fahrzeug GiMIC von der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Stationiert ist es direkt am UKGM und dort im Rahmen der Experimentierklausel montags bis freitags von 7.30 bis 16 Uhr einsatzbereit. Im Fall eines Einsatzes sind einer von insgesamt acht Notärzten und einer von zehn Notfallsanitätern der JUH direkt vor Ort am UKGM. Die mittlere Ausrückezeit liegt bei zwei, die mittlere Eintreffzeit bei zwölf Minuten.

Insgesamt 73-mal wurde das GiMIC im Beobachtungszeitraum von 13 Monaten alarmiert, davon 62-mal im Landkreis Gießen und weitere 11-mal in den Nachbarlandkreisen. 19-mal wurde es auf der Anfahrt wieder abbestellt.

Dass das Kooperationsprojekt von Landkreis, UKGM, Justus-Liebig-Universität und Johanniter-Unfall-Hilfe nun für weitere zwei Jahre laufen darf, bewerten alle Beteiligten als große Chance.

0
Kommentare | Kommentieren