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Sonnenenergie von Marburgs Dächern

Mehr Sonnenstrom von Marburgs Dächern: Die Universitätsstadt beteiligt sich am bundesweiten »Wattbewerb« zum Ausbau der Photovoltaikleistung.
13. Juli 2021, 13:00 Uhr
Wattbewerb_FotoPatriciaGräh
Von links: Thomas Kopp (städtischer Energieberater), Holger Armbrüster (Stadtwerke-Geschäftsführer), Axel Erdmann (Scientists for Future Marburg), Stefanie Mai (Parents for Future), Jürgen Rausch (GeWoBau-Geschäftsführer) Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeister Wieland Stötzel und Demian Botros (Fridays for Future) rufen zum »Wattbewerb« auf.

Sieger der Städte-Challenge ist die Kommune, die ihre Photovoltaikleistung im Stadtgebiet verdoppelt. Der »Wattbewerb« in Marburg ist die erste große gemeinsame Klimaschutzaktion von Stadt, Stadtwerken, Philipps-Universität und Klimagruppen.

Photovoltaikleistung bis 2024 verdoppeln

Im Frühjahr 2021 gab es rund zwei Millionen Solaranlagen in Deutschland mit einer Leistung von 54 Gigawatt. Sie sorgen für zehn Prozent des Stroms, den Privathaushalte und Industrie zusammen bundesweit verbrauchen. In Marburg werden aktuell 19 Megawatt Leistung durch Sonnenkraft gewonnen.

»Wir wollen die Leistung mit dem ›Wattbewerb‹ in Marburg bis 2024 verdoppeln«, gab Oberbürgermeister Thomas Spies als ambitioniertes Ziel aus.

»Die Aktion soll neuen Schwung in den Ausbau der Photovoltaik bringen. Alle können mitmachen, von der Stadt über große Institutionen, Verwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften und Unternehmen bis zum privaten Engagement.«

Für den Strom aus der Kraft der Sonne gibt es in Marburg noch viel Potenzial - auf großen und kleinen Gebäudedächern, Garagen, Balkonen und freien Flächen. Eine Einschätzung, ob die eigene Fläche für die Produktion von Sonnenstrom geeignet ist, gibt das Solarkataster unter www.energieland.hessen.de. Die Stadt fördert die Installation von Photovoltaikanlagen. Summen von 150 und bis zu 5.000 Euro für komplette Anlagen werden ausgezahlt.

»Wir selbst haben bislang 30 Prozent der geeigneten Flächen auf unseren eigenen Gebäuden mit Photovoltaik ausgestattet«, berichtete Bürgermeister Wieland Stötzel für die Stadtverwaltung.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau hat auf 64 Gebäuden entsprechende Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.760 Kilowatt installiert, erklärte Geschäftsführer Jürgen Rausch. »Auch wenn wir uns damit bereits sehen lassen können, sind wir im Begriff, die Solartechnik sowohl bei allen Neubauten als auch im Gebäudebestand in Zusammenarbeit mit den Marburger Stadtwerken weiter auszubauen. Dabei wird möglichst immer das sogenannte Mieterstrommodell angestrebt, falls geeignet aber auch Solarthermie zum Einsatz kommen.«

Die Stadtwerke Marburg, die als lokaler Energieversorger eine Schlüsselrolle für den Ausbau von Photovoltaik spielen, sind beim »Wattbewerb« dabei: »Mit unserem Programm SonnenDach und weiteren Angeboten fördern wir den Ausbau von Photovoltaikanlagen«, sagte Geschäftsführer Holger Armbrüster.

Auch die Philipps-Universität ist mit im Boot. Zwei größere Anlagen werden demnächst auf einem Neubau am Pilgrimstein und einem Verwaltungsgebäude in der Biegenstraße installiert. Die Errichtung weiterer Anlagen mit einer Gesamtleistung von 760 Kilowatt in der Kernstadt und auf den Lahnbergen wurde beim Land beantragt.

Klimagruppen mit im Boot

Demian Botros ist für Fridays for Future Marburg dabei. »Der ›Wattbewerb‹ ist ein gutes Vorhaben, das Veränderungen herbeiführen kann«, sagte er. Axel Erdmann, der als Mitglied der Scientists for Future Marburg den »Wattbewerb« mitorganisiert, betonte die Relevanz der Photovoltaik für den Klimaschutz: »Damit kann eine Voraussetzung geschaffen werden, die zur Energiegewinnung gewohnte Verbrennung fossiler Energieträger deutlich zu reduzieren und schließlich zu verdrängen.«

Auch Parents for Future Marburg unterstützt den »Wattbewerb«. Stefanie Mai sagte: »Nur mit einem massiven Ausbau der Solarenergienutzung können wir das so wichtige Ziel, bis 2030 in Marburg klimaneutral zu sein, erreichen.«

Für Informationen zu Förderprogrammen sowie Antragsformularen, Anregungen oder Fragen zu Klimaschutz oder zum »Wattbewerb« ist das Klimaschutzteam der Stadt Marburg unter 06421 201-1421 und klimaschutz@marburg-stadt.de erreichbar.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/smlokales/sonnenenergie-von-marburgs-daechern;art2773,743430

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