02. Oktober 2026, 13:00 Uhr

Marburg

Schulexperimente in luftiger Höhe

Beim Projekt „SkyMi – Mittelhessen hebt ab!“ sammelten Schulklassen Forschungsdaten in luftiger Höhe.
02. Oktober 2026, 13:00 Uhr
Die Schülerinnen und Schüler in Marburg freuen sich auf den Start ihres Wetterballons. Foto: Christina Mühlenkamp

Acht Wetterballons starteten dazu in ganz Mittelhessen mit Experimenten in Richtung Weltall. Wer kürzlich in den Himmel schaute, hat es vielleicht gesehen: An acht Orten in Mittelhessen sind Wetterballons in Richtung Stratosphäre aufgestiegen, jeder mit einem eigenen Forschungsauftrag im Gepäck. Beim Projekt „SkyMi – Mittelhessen hebt ab!“ erhielten Schulen aus der Region die Möglichkeit, mittels Wetterballon-Sets echte Forschungsdaten in 35 Kilometern Höhe zu sammeln. An jedem Startpunkt gab es dazu reichlich Besuch und Zuschauende.

Organisiert wurde das Projekt vom Schüler-Forschungszentrum Mittelhessen (SFM) gemeinsam mit dem Forschungscampus Mittelhessen, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Besser als nur Theorie

Monatelang hatten die Teams auf diesen Moment hingearbeitet. Sie haben Ideen konkretisiert, ihre Versuchsaufbauten entwickelt und sich auf den Start vorbereitet. Entsprechend groß war die Aufregung vor dem Abflug; ebenso groß der Jubel, als die Ballons am Himmel verschwanden. Jeder hatte eine Kapsel an Bord, in der die Experimente, Kameras, Tracker und Messgeräte mitflogen.

„Die Schüler haben jetzt die Gelegenheit, Experimente unter Bedingungen zu machen, die auf der Erde so nicht möglich sind“, sagte Dirk Winkel vom SFM. Dass es super angekommen ist, ergänzte sein Kollege Dr. Alexander Kremper, der den Wettbewerb federführend organisiert hat: „Man hat die Vorfreude, aber auch die Anspannung bei den Teams gemerkt.“ Die Schüler bei den Starts hoben hervor, dass man bei solchen Live-Experimenten insbesondere praktische Erfahrungen sammelt, wie erste Kontakte mit der Messtechnik. „Das ist viel besser als nur Theorie im Unterricht.“

Was die Teams erforschen wollen

Die Bandbreite der Forschungsfragen ist groß: Die Westerwaldschule Driedorf erforscht die Spuren menschlichen Handelns auf die Landschaft. Die Gesamtschule Gießen-Ost will herausfinden, wie Höhe und UV-Strahlung die Effizienz von Solarzellen beeinflussen. Für die Johann-Textor-Schule Haiger ist die Mission zugleich der Auftakt für weitere Forschungsprojekte zu Konstruktion, Materialwahl und Datenübertragung. In Neu-Anspach hat die Adolf-Reichwein-Schule eine eigene Präzisionswaage zur Ermittlung der Gewichtskraft konstruiert. Die Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf untersucht den Einfluss von Industrie und Landwirtschaft auf die Atmosphäre.

Interessante Proben reisten im Ballon des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums Gießen: Das Team möchte erforschen, ob die UV-Strahlung die Aktivität von Hefe verändert und ob Bitter Lemon in großer Höhe fluoresziert. Ein gemeinsames Team der Elisabethschule, des Gymnasium Philippinum und der Montessorischule Marburg untersucht biologische Proben und fragt, wie gut unterschiedliche Materialien vor Strahlung schützen. Die Goldbachschule Dillenburg-Frohnhausen fotografiert die Erdkrümmung und möchte ebenfalls wissen, wie Pflanzen und Mikroorganismen die Bedingungen überstehen.

Nun beginnt die Auswertung

Inzwischen sind die Forschungskapseln der Ballons wieder auf der Erde angekommen. Nun warten die Teams gespannt darauf, welche Daten und Bilder ihre Experimente aus der Stratosphäre mitgebracht haben. Denn der Flug ist nur der erste Teil der Mission: Jetzt beginnt die wissenschaftliche Arbeit. Die Ergebnisse sollen im November bei einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt werden.

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