31. Mai 2026, 13:00 Uhr

Gießen

Rundum gelungenes Rudersportfest

Die 114. Gießener Pfingstregatta entwickelte sich bei hochsommerlichen Temperaturen und großem Andrang zu einem rundum gelungenen Rudersportfest.
31. Mai 2026, 13:00 Uhr
Die 114. Gießener Pfingstregatta verband Ausflugsidylle mit packendem Rudersport. Foto: Karger

Drei Tage lang strömten unzählige Besucher und Besucherinnen an die Lahn, um die Rennen der 114. Gießener Pfingstregatta zu verfolgen oder bei einem Spaziergang entlang der Strecke zu verweilen.

Sonne pur und tolle Rennen

Statt des früher oft zitierten „Pfingstregatta-Regenwetters“ herrschten diesmal Sonne pur und Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke. Sportlich verzeichnete die vom Gießener Regatta-Verein organisierte Veranstaltung starke Zahlen: 512 Aktive aus 69 Vereinen gingen in 362 Rennen mit insgesamt 909 Booten an den Start. Darunter waren 338 Männer und 174 Frauen. Insgesamt nahmen 90 Renngemeinschaften teil. Die Rudergesellschaft Heidelberg stellte mit 54 Teilnehmenden die größte Mannschaft, gefolgt von der Frankfurter RG Germania (43) sowie der Gießener Rudergesellschaft 1877 mit 38 Startenden. Hassia kam auf 22, Hellas auf 20 Teilnehmende.

Start per Satellit

Auch organisatorisch setzte die Regatta neue Akzente. Erstmals wurde per Satellit gestartet. Zudem verzichtete die Sparkasse Gießen bei heimischen Siegern auf die traditionellen Schecks und überwies die Siegprämien von 500 Euro direkt nach dem Zieleinlauf per Echtzeitüberweisung. Besonders bei den Siegerehrungen am Steg von GRG und Hassia sorgte dies für Aufmerksamkeit.

Zu den größten sportlichen Erfolgen aus Gießener Sicht gehörte der Sieg des Frauen-Achters der Renngemeinschaft Hassia/GRG. Julia Kruse, Wiebke Hanack, Katja Beerscht, Lara Buseck, Magdalena Brach, Sarah Zalucki, Leni Lefèvre, Franziska Stamer und Steuermann Marlon Welsch gewannen das Sprintrennen über 350 Meter souverän mit gut zwei Sekunden Vorsprung vor der RG Heidelberg. Entsprechend groß war der Jubel bei Team und Publikum entlang der Strecke.

Ebenfalls erfolgreich präsentierte sich Hassia-Ruderin Katja Beerscht, die ihrer Favoritinnenrolle gerecht wurde und den traditionsreichen Liebig-Preis gewann. Auch Michael Wieler von der GRG überzeugte im Einer um den Poppe-Preis mit einem starken dritten Platz.

Emotionaler Moment

Für den emotionalsten Moment der gesamten Regatta sorgte die Verleihung des historischen Regattapreises im Männer-Doppelzweier. Der aus dem Jahr 1906 stammende Wanderpokal war vor 20 Jahren vom inzwischen verstorbenen Ehrenmitglied Rolf Beck zurückerworben worden. Ehrenvorsitzender Stefan Laertz erinnerte bei der Siegerehrung gemeinsam mit Becks Sohn Frank an dessen Verdienste und überreichte anschließend den Pokal an die Sieger Clemens König und Niklas Schäfer vom Karlsruher RV Wiking. Die bewegende Ehrung sorgte bei vielen Beteiligten für besondere Emotionen.

Auch abseits der Rennen zeigte sich die Regatta von ihrer besten Seite. Zahlreiche Interessierte verfolgten die Wettbewerbe entlang der gesamten Strecke, auf dem Christoph-Rübsamen-Steg sowie in den Vereinsgärten und Lokalen an der Lahn. Die vier Streckensprecher Christopher Nübel, Kai Frenzl, Michel Zörb und Katya Selman begleiteten das Geschehen mit Interviews und Informationen zu den Rennen.

Rennleiter Sebastian Meyer zog am Ende eine durchweg positive Bilanz. Die technischen Neuerungen hätten sich bewährt, die Teilnahmezahlen bewegten sich weiterhin auf hohem Niveau und die Stimmung an der Lahn habe gezeigt, welchen Stellenwert die Gießener Pfingstregatta weiterhin besitzt.

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