Mit der Tour sollte das Thema stärker in die Öffentlichkeit getragen werden. Die Organisatoren sowie rund 100 Teilnehmende haben die mittlerweile elfte Tour genutzt, um auf die Notwendigkeit der Organspende hinzuweisen. Teilweise sind viele der Radler und Radlerinnen selbst transplantiert oder warten – vielleicht schon länger – auf ein lebenswichtiges Spenderorgan.
Ins Gespräch kommen
Auf der Tour, an der auch Landrat Jens Womelsdorf teilnahm, haben die transplantierten Aktiven gezeigt, dass eine Organspende nicht nur Leben retten kann, sondern auch Leistungsfähigkeit und Lebensqualität eine enorme Steigerung erfahren können. Besonders wurde das deutlich bei vier Athletinnen und Athleten, die im vergangenen Jahr an den Weltspielen der Organtransplantierten in Dresden teilgenommen hatten und dort in ihren Disziplinen mehrere Medaillen – von Gold bis Bronze – gewinnen konnten. An den World Transplant Games waren 3.000 Sportler und Sportlerinnen aus 60 Nationen vertreten.
Nach dem Start am PHV Dialysezentrum in Cappel war der erste Stopp der Marktplatz der Universitätsstadt. Hier konnten sich Interessierte mit den Teilnehmenden unterhalten und direkte Gespräche zum Thema Organspende führen. An einem Informationsstand lagen Flyer, Broschüren sowie Organspendeausweise aus, auch der Eintrag in das Organspenderegister war vor Ort möglich.
„Ich freue mich, Sie hier alle begrüßen zu können“, sagte Stadträtin Kirsten Dinnebier, die aufgrund Terminüberschneidungen in diesem Jahr nicht selbst mitfahren konnte. „Alleine die beeindruckenden Zahlen der Jahre gewonnener Lebensqualität sind ein Ansporn, das Thema weiter deutlich zu sensibilisieren“, ergänzt sie. Der „jüngste“ Transplantierte, der mitfuhr, ist seit knapp einem Jahr mit einem neuen Herzen gesegnet und der „älteste“ Transplantierte hat vor 42 Jahren die lebensspendende Operation bekommen.
Landrat Womelsdorf ergänzte, dass er immer wieder beeindruckend sei, wie sich das Leben und der Alltag nach einer erfolgreichen Transplantation verbessert haben: „Es ist wichtig, dass wir mit der Radtour sowie den Infoständen hier am Marktplatz die Menschen mitnehmen. Wir werden als Landkreis weiterhin das Thema unterstützen und unseren Beitrag dazu leisten, die Menschen in der Region zu motivieren, sich zu registrieren und einen Spenderausweis bei sich zu führen.“
Monika Bäcker, die Vorsitzende des Fördervereins Organspende, bedankte sich beim Organisations- und Hilfsteam der Tour und stellte die Athletinnen und Athleten der vergangenen Weltspiele vor. Diese hatten zudem ihre errungenen Medaillen mitgebracht. „Sie sehen, dass vieles durch eine Transplantation möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit, selbst eines Tages auf eine Organspende angewiesen zu sein, sei viel höher als die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Organ zu spenden. Nutzen Sie hier vor Ort die Möglichkeit, einen Ausweis auszufüllen und sich zu registrieren“, appellierte Bäcker an das Marburger Publikum.
Unterstützung vom lokalen Einzelhandel
Nach dem Stopp am Marktplatz ging es weiter Richtung Kaufpark Wehrda. Hier hielt der Tross am Modehaus Begro, wo er von Filialleiter Michael Blöcher-Bach begrüßt wurde. „Es ist weiterhin wichtig, auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen“, sagte Blöcher-Bach. Einen Spenderausweis in der Tasche zu haben, sei zudem ein „echt gutes Gefühl“. Er teilte mit, dass im Modehaus das gesamte Jahr über Spenderausweise ausliegen würden und die Kundinnen und Kunden diese gerne nutzen können.
Nach dem Auftakt in Cappel sowie den Zwischenstopps am Marktplatz und in Wehrda ging es dann über den Fahrradweg nach Kirchhain zum Abschluss an der Dialysepraxis Dr. Küllmer/Trebst. „Unser Ansporn für die Radtour ist, immer wieder aufzuzeigen, wie die Patienten nach einer erfolgreichen Transplantation wieder ein fast normales Leben führen können und zu welchen sportlichen Leistungen sie in der Lage sind“, sagt Monika Bäcker zum Abschluss.