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Pröpstin besuchte Dillenburger Tafel

»Kirche und Diakonie gehören eng zusammen. Das Evangelium mit Wort und Tat zu verkündigen, ist unser Auftrag«, sagt Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer auf ihrer Tour.
04. September 2021, 13:00 Uhr
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Fertig gepackte Körbe warten auf Abholung: »Gut, dass es die Tafeln gibt, die Menschen in Notlagen mit Lebensmitteln unterstützen«, sagte Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer (2.v.l.) in Begleitung von Koordinatorin Bianca Denkmann (l.), Martin Debus (r.) sowie Sabine Gombert-Lang (3.v.r.) und ehrenamtlichen Helferinnen der Tafel Dillenburg bei ihrem Besuch. Die Pröpstin war selbst in Büdingen bei der Tafel aktiv. Foto: Roland Jaeckle/Dekanat

Die Pröpstin ist unterwegs: Im evangelischen Dekanat an der Dill war sie zuletzt bei der Tagesstätte des diakonischen Werkes in Herborn zu Gast. Nun besuchte sie die Dillenburger Tafel des deutschen roten Kreuzes.

Sabine Bertram-Schäfer wurde von Roland Jaeckle, Dekan an der Dill, und Sabine Gombert-Lang, stellvertretende Leiterin des diakonischen Werkes an der Dill, begleitet.

Beeindruckendes Engagement

Bianca Denkmann ist seit Mitte Dezember 2020 Koordinatorin der Dillenburger Tafel. Gemeinsam mit Bianca Seißler, der Abteilungsleiterin für Sozialarbeit beim DRK, und Martin Debus, dem ehrenamtlichen Vorsitzenden der Dillenburger Tafel, führten sie die Gäste durch die Räumlichkeiten im Hereford-Haus gegenüber dem Dillenburger Bahnhof. »Das hohe Engagement der überwiegend ehrenamtlichen Mitglieder der Tafel Dillenburg hat mich sehr beeindruckt«, sagte Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer.

800 Bedürftige und weitere im Wartestand

Der ehrenamtliche Vorsitzende Martin Debus berichtete, die Tafelarbeit bestehe seit mehr als 15 Jahren. Rund 800 Kunden und Kundinnen werden in Dillenburg an fünf Tagen in der Woche mit Lebensmitteln versorgt. Weitere 100 bedürftige Menschen stehen auf der Warteliste, berichtete Koordinatorin Bianca Denkmann. Die stetig steigende Zahl sei ein Indiz dafür, dass Armut auch in der ländlichen Region zu finden sei. Die ehrenamtlich Helfenden fahren mit zwei Kühlfahrzeugen bei umliegenden Händlern und Bäckereien vorbei und holen übrig gebliebene Lebensmittel ab. Leitgedanke für die Arbeit ist der Tafelgrundsatz: »Verteilen statt vernichten!«

Corona hat Notlage teils verschärft

Bianca Seißler vom DRK Dillenburg berichtete der Pröpstin, dass durch die Pandemie einige Familien in die Bedürftigkeit geraten seien. Vor allem Mütter und Kinder haben sehr unter der hohen Belastung in den zurückliegenden Monaten gelitten. Die psychische Belastung führte in einigen Fällen dazu, dass die Erwerbsarbeit nicht mehr weitergeführt werden konnte. So entstehe nicht nur eine seelische Bedürftigkeit, sondern auch eine finanzielle Notlage für viele Familien.

»Gemeinsam haben wir unsere Wertschätzung für diese wichtige Arbeit ausgedrückt. Der Austausch zwischen Kirche, Diakonie und der Tafel Dillenburg soll mit diesem Besuch nicht einmalig bleiben«, sagte die Pröpstin. »Gut, dass es die Tafeln gibt, die Menschen in Notlagen mit Lebensmitteln unterstützen.«

Martin Debus dankte für die gute Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden im Dekanat. Insbesondere rund um das Erntedankfest gibt es viele Gemeinden, die Lebensmittel für die Tafel sammeln oder die Arbeit mit Kollekten unterstützen. Bianca Denkmann dankte der Pröpstin für den regen Austausch: »Ich habe gespürt, dass die Tafel-Arbeit ihr eine Herzensangelegenheit ist.« Als Dekanin war Sabine Bertram-Schäfer bei der Tafel in Büdingen aktiv. »Wir haben einige gute Impulse aus diesem Treffen mitnehmen können«, sagte Denkmann.

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