Das Treffen in der ugandischen Hauptstadt Kampala wurde gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) war dabei eingebunden.
Der Wunsch nach einer solchen Konferenz entstand im Rahmen des Biogasprojektes mit Mubende. Seit 2020 verbindet eine Klimapartnerschaft den Landkreis Gießen und die ugandische Stadt. Dabei entstand das Projekt einer Bioabfallvergärungsanlage, die derzeit gebaut wird. Sie wird dieses Jahr in Betrieb gehen und liefert Energie für die Schulküche einer weiterführenden Schule mit 3.000 Schülern.
Weg vom bisherigen Energieträger Holz
Zur Konferenz eingeladen waren Bürgermeister der Städte in Uganda, Investoren, das ugandische Umweltministerium sowie deutsche Institutionen in Uganda.
Viele Kommunen in Uganda wissen mittlerweile von dem Partnerschaftsprojekt in Mubende und wollen ebenfalls auf Biogas aus Biomüll umsteigen. Denn das zum Kochen benötigte Holz lässt die Waldflächen dramatisch abnehmen, während auf der anderen Seite die Müllberge wachsen.
„Uns wurde berichtet, dass etwa 75 Prozent der ugandischen Haushalte mit Feuerholz oder Kohle ihre Herde heizen und damit die Abholzung der Wälder vorantreiben“, sagte Landrätin Anita Schneider. Auf der anderen Seite falle sehr viel Biomüll an, der in Energie verwandelt werden könne. „Diese positiven Aspekte führen dazu, dass Abfall als werthaltig betrachtet wird und ein Einstieg in die Abfalltrennung entsteht. Es entstehen gute Lösungen, die beispielgebend auch für andere ugandische Kommunen sein können.“
Deren meist schmale Budgets würden bisher häufig durch die steigenden Holzkosten belastet, stellte Gideon Muhindo fest, der als Biogasexperte an der International University of East Africa (IUEA) das Mubender Projekt wissenschaftlich begleitet. „Es ist abzusehen, dass Biogas in Kürze weniger kostet als Holz und damit nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Haushalte entlastet.“
Möglichkeiten für Investoren
„Die Investitionskosten für Biogasanlagen werden in Uganda, verglichen mit Deutschland, weitaus niedriger und der Betrieb einfacher sein“, stellte Prof. Dr. Linda Knorr fest, die für die THM an der Konferenz teilnahm. „Uganda liegt am Äquator mit gleichen Temperaturen über das Jahr hinweg, weshalb auch der Bioabfall sich das Jahr über nicht verändert – anders als hierzulande.“
Für gelingende Lösungen in den Kommunen fehle allerdings oft Investitionskapital, sagte Landrätin Schneider. „Daher ist es lohnenswert, neben dem Transfer von Know-how auch Unternehmen aus dem Landkreis Gießen mit ugandischen Akteuren zusammenzubringen.“
Vor Ort steht auch die IUEA den ugandischen Kommunen mit Rat und Tat zur Seite. Experten der Universität haben die Bioabfallvergärungsanlage in Mubende konzipiert und die Bauleitung übernommen.
Nähere Auskünfte gibt die Wirtschaftsförderung des Landkreises Gießen. Ansprechpartner ist Dr. Manfred Felske-Zech unter 0641 93901768 oder wirtschaft@lkgi.de.