Dass regionale Nachwuchsbands live genauso begeistern können wie große Namen, bewies am Festival-Freitag besonders die 4/vor-band der Musik- und Kunstschule Grünberg. Neben etablierten Acts der Szene eroberten die jungen Musikerinnen und Musiker mutig die Bühne und präsentierten ein Set aus sieben druckvoll interpretierten Rock- und Metalklassikern.
Das Publikum feierte die Performance von Meilensteinen wie Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“, Bon Jovis „It’s My Life“ und Marilyn Mansons „Sweet Dreams“. Auch bei „Narcotic“ (Liquido), „Seven Nation Army“ (The White Stripes), „Breaking The Law“ (Judas Priest) und dem finalen „Paranoid“ (Black Sabbath) zeigte sich das enorme Potenzial der Truppe.
Die Band – bestehend aus Leeloo Liesenfeld (15, Drums), Lorena Loshaj (11, Keyboard), Vera Finke (15, E-Bass/E-Gitarre), Norien Mahrwald (15, E-Gitarre/E-Bass), Max Dietrich (11, E-Gitarre) und Sänger Tim-Luca Siegmund (18) – glänzte durch beachtliche handwerkliche Qualität. Trotz des geringen Durchschnittsalters überzeugte das Zusammenspiel von Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard und Gesang auf ganzer Linie. Mit einem präzisen, satten Sound riss die Formation das Publikum mit und unterstrich eindrucksvoll das erfolgreiche Konzept des Whiplash-Festivals, jungen Talenten eine professionelle Bühne zu bieten.
Was im Jahr 2023 mit einem lockeren Satz begann („Jo, lass uns mal ein Festival veranstalten“), hat sich mittlerweile zu einem festen Termin für Rockfans in Mittelhessen entwickelt. Der Sportplatz am Wilden Haus in Grünberg-Lehnheim verwandelte sich beim Rock’n’Roll Whiplash Festival wieder in ein Mekka für handgemachte Livemusik.
Vollständig ehrenamtlich vom Kulturverein Tanneköppel organisiert, setzt das Event bewusst einen Gegentrend zu kommerziellen Großfestivals. Statt utopischer Ticketpreise und abgehobener internationaler Top-Acts gab es hier bezahlbaren Eintritt, Fannähe und eine leidenschaftliche Plattform für die heimische Rock- und Metalszene.