„Der Spatenstich ist ein entscheidendes Signal für die Menschen. Nach der notwendigen Sperrung und dem Abriss der alten Brücke schaffen wir nun eine moderne, sichere und dauerhafte Querung. Wir wissen um die Belastungen durch die Umleitungen und danken allen für ihre Geduld. Dieses Projekt hat für uns höchste Priorität, um die alltäglichen Wege für die Bürger sowie die Erreichbarkeit der ansässigen Unternehmen schnellstmöglich wiederherzustellen“, erklärt Annett Nusch (Dezernentin Planung und Bau Westhessen bei Hessen Mobil).
Notwendigkeit des Neubaus
Die 1965 fertiggestellte Brücke musste am 26. November 2024 gesperrt werden. Zuvor war die Brücke bereits engmaschig überwacht worden. Sonderprüfungen hatten Risse an der Stegunterseite festgestellt, die die Standsicherheit gefährdeten. Eine Sanierung wurde ausgeschlossen und die alte Brücke im März 2025 abgerissen.
Aktueller Zeitplan
Ende Mai begannen die vorbereitenden Arbeiten. Der Neubau soll nach aktuellem Plan Ende 2027 für den Verkehr freigegeben werden. Für einige Arbeiten müssen die unter der Brücke verlaufenden Bahngleise gesperrt werden. Über den genauen Zeitpunkt der Sperrpausen wird rechtzeitig informiert.
Aktuell läuft die Herstellung der Bohrpfähle und der Gründung. Arbeiten an der Oberleitungsanlage sowie Sicherung und Abspannung der Oberleitungsmasten werden über mehrere Nächte verteilt erfolgen.
Bis Ende April 2027 sollen die neuen Widerlager entstehen und wohl im Laufe des Mai 2027 kommt es zu zwei Bahnsperrungen. Hier werden etwa die neuen Brückenträger mit einem Mobilkran nachts eingehoben.
Bis Mitte Oktober 2027 werden die Fahrbahn sowie weitere Brückenausstattungen entstehen. Nach der Verkehrsfreigabe erfolgen dann noch Restarbeiten.
Weitere Details
Der neue Überbau wird als Stahlverbundkonstruktion ausgeführt. Dabei bilden Stahlträger aus wetterfestem Stahl gemeinsam mit der Fahrbahnplatte aus Beton die tragende Konstruktion. Eine Besonderheit stellt der Einsatz von ultrahochfestem Faserbeton, aufgebracht auf die Fahrbahntafel, dar. Dieser besonders widerstandsfähige Hochleistungsbaustoff ermöglicht eine sehr robuste und dauerhafte Konstruktion und trägt so zu einer langen Nutzungsdauer der neuen Brücke bei.
Mit dieser Bauweise kommt eine innovative und auf hohe Dauerhaftigkeit ausgerichtete technische Lösung zum Einsatz.
Die Kosten für das Bauwerk liegen bei rund 15 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 3 Millionen Euro für den Abbruch und weitere Nebenarbeiten.