05. Mai 2026, 13:00 Uhr

Lahntal

Löschwasserkonzept erfolgreich getestet

Bei Caldern und auf der Sackpfeife bei Biedenkopf fand eine Waldbrandübung statt. 160 Einsatzkräfte nahmen daran teil.
05. Mai 2026, 13:00 Uhr
Bekämpfung des angenommenen Waldbrandes auf der Sackpfeife bei Biedenkopf – für die Brandbekämpfung ein topografisch anspruchsvolles Terrain. Von mehreren Seiten wird der „Waldbrand“ in die Zange genommen. Foto: Maximilian Schlick/Landkreis Marburg-Biedenkopf

Ist das Konzept zur mobilen Löschwasserversorgung bei Waldbränden praxistauglich? Funktionieren die am Schreibtisch erdachten und errechneten Abläufe? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Waldbrandübung bei Caldern und auf der Sackpfeife bei Biedenkopf.

Erstmals waren alle acht Wechselladerfahrzeuge mit den Abrollbehältern für Löschwasser im Einsatz. Mit dem Ergebnis sind die Projektplaner nach einem ersten Resümee zufrieden. Jetzt folgt eine strukturierte Auswertung der Ergebnisse.

„Unser Ziel war es, an zwei Orten mit jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen einen Löschwasserstrom von rund 1.000 Litern Wasser pro Minute unterbrechungsfrei zu Verfügung zu stellen. Dieses Ziel haben wir erreicht“, erläuterte der ehrenamtliche Kreisbrandmeister Daniel Thome als Planer des Projekts.

Verschiedene Kräfte im Einsatz

An der Übung waren die Wechselladerfahrzeuge mit den dazugehörigen Tankbehältern aus Biedenkopf, Fronhausen, Gladenbach, Marburg, Rauschenberg, Stadtallendorf, Steffenberg und Wetter beteiligt. Die kommunalen Katastrophenschutz-Löschzüge aus Kirchhain und Lohra bauten die Plätze zur Wasserentnahme und Wasserübergabe auf und die Feuerwehren aus Biedenkopf und Lahntal übernahmen die Aufgabe der Brandbekämpfung im Wald.

Hinzu kamen Einsatzkräfte, die die Abläufe beobachteten und dokumentierten. Die Informations- und Kommunikationsgruppe des Landkreises, eine Einheit des Katastrophenschutzes, koordinierte zu Beginn den Einsatz der Feuerwehren an einem Bereitstellungsplatz. Hinzu kamen Mitarbeiter von Hessen Forst. „Insgesamt waren so rund 160 Einsatzkräfte unterwegs“, stellte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer fest. Auch er war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Die theoretischen Planungen und Berechnungen stimmen mit der Realität überein. An ein paar wenigen Stellen müssen wir ein wenig nachjustieren – aber genau dafür war die Übung ja gedacht“, erklärte Schäfer.

Zwei Waldbrände gleichzeitig

Ein Waldbrand auf der Sackpfeife und ein Waldbrand bei Caldern bildeten die Ausgangsszenarien. Während die Biedenkopfer Feuerwehr mit den Löscharbeiten im Wald auf der Sackpfeife begann, lief parallel der Aufbau einer Löschwasserversorgung. Der Löschzug aus Lohra bereitete die Entnahme von Wasser aus der Lahn an der Biedenkopfer Feuerwache vor, um die Löschwasserbehälter auf den Wechselladerfahrzeugen wieder zu befüllen.

Diese hatten ihr Wasser zuvor – jeweils 10.000 Liter – auf der Sackpfeife in bereitgestellte Faltbehälter gefüllt. Auch diesen Wasserübergabepunkt bauten die Einsatzkräfte aus Lohra auf. Von dort pendelten die Fahrzeuge dann zwischen Sackpfeife und Feuerwache hin und her. Hier waren vier der Wechselladerfahrzeuge im Einsatz. Aus den Faltbehältern wurde das Löschwasser dann mit Schläuchen zur angenommenen Brandstelle im Wald gepumpt.

Der Ablauf in Caldern war ähnlich: Einsatzkräfte aus Kirchhain bauten an der Lahnbrücke in Kernbach eine Wasserentnahmestelle auf, um die leeren Abrollbehälter wieder mit Wasser zu befüllen. An der Schutzhütte in Caldern erfolgte dann die Übergabe des Löschwassers. Auch hier waren vier Wechselladerfahrzeuge mit den dazugehörigen Abrollbehältern im Einsatz. Den angenommenen Waldbrand bekämpften Einsatzkräfte der Lahntaler Feuerwehren.

Schönstädter Brand als Ursache

Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und Kreisbrandmeister Daniel Thome wiesen auch darauf hin, dass beim Thema Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung im Landkreis Planung, Konzeption, Beschaffung von Geräten und Fahrzeugen, Ausbildung und Auswertung gut ineinandergriffen: „Davon lebt das Konzept, das in dem verheerenden Waldbrand bei Schönstadt im Jahr 2022 seinen Anfang nahm“, berichten Schäfer und Thome.

Neben den Wechselladerfahrzeugen und den Abrollbehältern hatte der Kreis zuvor bereits spezielle Ausrüstung wie etwa Schläuche, Beregnungssysteme oder besondere Werkzeuge zur Waldbrandbekämpfung beschafft und die Wehren im Kreis daran strukturiert ausgebildet.

Auch Landrat Jens Womelsdorf war zufrieden mit dem Ablauf: „Wir als Landkreis und auch alle 22 Städte und Gemeinden, die das Konzept mittragen, können stolz darauf sein“, betonte der Landrat. Er dankte allen Einsatzkräften, die zum Gelingen der Übung beigetragen hatten. „Ich möchte aber auch erneut dem Kreistag sowie den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen danken. Auch Dank deren Unterstützung haben wir es geschafft, ein kreisweites Projekt erfolgreich umzusetzen.“

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