Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? Wie lassen sich Agrarökosysteme unter den Bedingungen des Klimawandels umweltverträglich bewirtschaften? Welche innovativen Verfahren ermöglichen einen nachhaltigen Pflanzenschutz? Mit der Eröffnung des Liebig Centre for Agroecology and Climate Impact Research (Liebig Centre) an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) nimmt ein internationales Kooperationszentrum für Agrarökologie und Klimafolgenforschung offiziell seine Arbeit auf.
Weltweiter Vorreiter
Das Liebig Centre ist das erste Zentrum in Deutschland, das mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO)/International Atomic Energy Agency (IAEA) zusammenarbeitet, um nachhaltige und klimaresiliente Agrarsysteme zu erforschen – und, so die Verantwortlichen, mit seiner besonderen Zielsetzung das erste Zentrum dieser Art weltweit.
Die Vereinbarung zur engen Zusammenarbeit zwischen der JLU und der IAEO hatten JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz und Dr. Najat Mokhtar, Deputy Director General and Head of the Department of Nuclear Sciences and Applications, Wien, im Mai 2025 unterzeichnet. Mit der offiziellen Eröffnung fast genau ein Jahr später in Gießen wird diese Kooperation weiter ausgebaut. Das Liebig Centre verknüpft die an der JLU vorhandenen Einrichtungen, Labore und Forschungsplattformen mit dem internationalen Netzwerk sowie den Programmen der IAEO und dem bei der IAEO in Wien angesiedelten „Joint FAO/IAEA Centre of Nuclear Techniques in Food and Agriculture“, die das Netzwerk um die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erweitert.
Im Mittelpunkt der Forschungen im Liebig Centre steht die Frage, wie sich der Klimawandel auf landwirtschaftliche Ökosysteme auswirkt und welche Anpassungen nötig sind, um Produktivität, Ressourcenschonung und Umweltverträglichkeit zusammenzudenken. Gemeinsames Ziel ist es, wissenschaftsbasierte Informationen und technische Lösungen für die Agrarwirtschaft bereitzustellen und an regionale Bedingungen weltweit anzupassen. Zugleich fördert das Liebig Centre den internationalen Austausch von Wissenschaftlern, unterstützt Forschungsprogramme der Vereinten Nationen (UN) und trägt zur Ausbildung von Forschenden und Studierenden aus IAEO-Mitglied-
staaten bei.
Lösungen bereitstellen
„Mit dem Liebig Centre baut die JLU ihre international sichtbare Forschung im Bereich nachhaltiger Agrarsysteme weiter aus“, freut sich JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz. „Die enge Verbindung von exzellenter Forschung, globaler Kooperation und anwendungsbezogenem Wissenstransfer zeigt, welchen Beitrag Universitäten zur Bewältigung zentraler Zukunftsfragen leisten können.“
Eine wesentliche Säule des neuen Kooperationszentrums ist das Institut für Pflanzenökologie der JLU unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Müller. Eine weitere ist das Institut für Insektenbiotechnologie der JLU unter der Leitung von Prof. Dr. Marc Schetelig.