Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte mussten sich, wie bereits im Vorjahr, der neuen Übungsform stellen: ein Übungseinsatz, der Wissen und Können aus den Bereichen Gefahrstoff, Brandbekämpfung und Menschenrettung forderte. Die drei erstplatzierten Mannschaften, Kirchhain-Stausebach, Ebsdorfergrund-Dreihausen 1 und Marburg-Cappel, vertreten den Landkreis beim Bezirksentscheid.
Die Feuerwehrleistungsübungen sind in einen theoretischen und praktischen Leistungsteil untergliedert, den alle Mannschaften durchlaufen mussten. Im Theorie-Teil waren 15 Fragen innerhalb von zehn Minuten schriftlich zu beantworten. Dann folgte die praktische Übung: Auf dem Gelände eines Unternehmens tritt ein Gefahrenstoff aus, nachdem einem Gabelstaplerfahrer ein Behältnis beim Verladen auf ein Regal heruntergefallen ist. Der Gabelstapler und der Gefahrstoffbehälter beginnen zu brennen. Das Feuer und der ausgelaufene Gefahrstoff gefährden den bewusstlos am Boden liegenden Staplerfahrer.
„Das ist eine Lage, die in jeder Kommune vorkommen kann und die jede Feuerwehr mit Blick auf die Erstmaßnahmen bewältigen können muss“, erläuterte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Die Einsatzkräfte hatten also diverse Aufgaben: Absperrungen einrichten, Menschenrettung, Brandbekämpfung und eine notfallmäßige Dekontamination des Verletzten – also eine erste Reinigung, um Kleidung oder Körperteile, die mit dem Gefahrstoff in Berührung gekommen sind, von dem Stoff zu befreien oder zumindest dessen Konzentration zu verringern.
Erstmaßnahmen immer entscheidend
„Vor allem in der Anfangsphase eines solchen Einsatzes stehen oft zunächst nur kleinere Einheiten für den ersten Angriff zur Verfügung. In der Regel eine Gruppe, die aus neun Einsatzkräften besteht, oder die nächstkleinere Einheit, eine Staffel, mit sechs Feuerwehrleuten. Aber auch diese kleineren Einheiten können bereits sehr wirksame Erstmaßnahmen wie die Menschenrettung einleiten“, erläutert der Kreisbrandinspektor. Gerade im Hinblick auf die Erstmaßnahmen bei einem solchen Unfall orientiere sich die Feuerwehr an der sogenannten GAMS-Regel. Diese Abkürzung stehe für Gefahr erkennen (G), Absperren (A), Menschenrettung (M) und Spezialkräfte anfordern (S).
Für die praktische Übung ist ein zeitlicher Rahmen vorgegeben: Gruppe und Staffel haben jeweils 7,5 Minuten Zeit, die gestellten Aufgaben zu meistern. Lediglich bei Fahrzeugen ohne Löschwassertank gibt es 60 Sekunden mehr, da erst eine Wasserversorgung aufgebaut werden muss.
„Die Einsatzkräfte unserer Feuerwehren, die an dem Wettbewerb teilnehmen, bereiten sich oft intensiv auf diesen Tag vor und trainieren. Das fördert nicht nur den Teamgeist, sondern stärkt auch die Fähigkeiten im Umgang mit Fahrzeugen und Geräten. Der Spaß an der Sache und sich gemeinsam einer Herausforderung zu stellen sowie die Ernsthaftigkeit echter Einsätze liegen hier dicht beieinander“, betonte Landrat Jens Womelsdorf. Er dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Sein Dank galt auch der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain, die den Wettkampf auf dem Kirchhainer Festplatz ausgerichtet hatte und sich auch zur Ausrichtung des Bezirksentscheids für den Regierungsbezirk bereit erklärt hat.
Um noch mehr Mannschaften aus dem Hinterland zur Teilnahme zu motivieren, hatten Landrat und Kreisbrandinspektor im vergangenen Jahr eigens einen – wenn auch inoffiziellen – „Hinterland-Pokal“ gestiftet, der in diesem Jahr erstmals vergeben wurde. Das Team aus Angelburg sicherte sich die Trophäe vor den Feuerwehrleuten aus Bad Endbach-Hartenrod.