13. Dezember 2021, 13:00 Uhr

Marburg

Kriminellen Versandhändlern auf die Spur kommen

Die bei der Staatsanwaltschaft Marburg eingerichtete Task Force Briefermittlungen hat ihre Tätigkeit aufgenommen.
13. Dezember 2021, 13:00 Uhr
Timo Ide (Pressesprecher Staatsanwaltschaft Marburg), Ulf Frenkler (Oberstaatsanwalt und stellvertretender Leiter Staatsanwaltschaft Marburg) mit Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, die die neue Einheit in Marburg besuchte. Foto: Justizministerium

Die Task Force soll in enger Zusammenarbeit mit Polizei- und Zolldienststellen sowie der Deutschen Post DHL Group einen Beitrag zur Bekämpfung des wachsenden Kriminalitätsphänomens des Handels mit Drogen und anderen inkriminierten Gütern über das sogenannte Darknet, das Internet, Messengerdienste und Social-Media-Seiten leisten. Die Deutsche Post DHL Group unterhält in Marburg das Briefermittlungszentrum der Unternehmensgruppe, bei dem unzustellbare Briefe, darunter auch solche mit inkriminierten Gütern - insbesondere Drogen - überprüft werden.

Effektive Strafverfolgung

Seit März 2021 ist ein Gesetz in Kraft, wodurch Postdienstleister bei Identifizierung von Postsendungen mit inkriminierten Gütern wie Betäubungs- und Dopingmitteln oder Waffen verpflichtet sind, diese den Strafverfolgungsbehörden vorzulegen, um eine effektive Strafverfolgung zu ermöglichen. Neben zusätzlichem Personal wurden für die neue staatsanwaltschaftliche Einheit Räumlichkeiten in der Gemeinde Cölbe organisiert.

»Kriminelle Versandhändler werden künftig zweimal überlegen, ob sie ihre verbotenen Waren per Post versenden«, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

»Wenn der virtuelle Handel mit Betäubungsmitteln mit dem Versand an die Kunden in die analoge Welt tritt, muss Strafverfolgung konsequent ansetzen. Diese Möglichkeit ist nunmehr durch die Änderung des Postgesetzes und die Einrichtung der Task Force Briefermittlungen geschaffen«, so die stellvertretende Generalstaatsanwältin Christina Kreis. Ulf Frenkler, stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Marburg, ist optimistisch, einen Beitrag zu einer effektiveren Strafverfolgung in diesem Bereich leisten zu können.

Der Handel mit Drogen über das Darknet, das Internet, Messengerdienste und Social-Media-Seiten hat sich in den vergangenen Jahren in der kriminellen Szene fest etabliert. Während die Anbahnung der Rauschgiftgeschäfte und der anschließende Verkauf über diese modernen Kommunikationsformen erfolgt, werden für die Bezahlung in der Regel Kryptowährungen eingesetzt. Für den Versand der inkriminierten Güter werden die Dienste der Postdienstleister missbraucht und die Waren per Brief oder Paket versandt.

Um auch den postalischen Versand und Empfang der Rauschgiftsendungen zu verschleiern, werden in der kriminellen Szene manipulierte Briefkästen und präparierte vermeintliche Wohnsitze genutzt, die von den Beziehern der Rauschgiftsendungen entweder selbst vorbereitet oder auf kriminellen Plattformen im Darknet und im Internet erworben werden.

Täglich bis zu 100 Sendungen

Im Falle der Unzustellbarkeit werden Briefsendungen bis zu einem Gewicht von zwei Kilogramm zentral im Briefermittlungszentrum der Deutsche Post DHL Group in Marburg gesammelt und überprüft, wobei derzeit täglich bis zu 100 Briefsendungen mit inkriminierten Inhalten festgestellt werden, die künftig zur Identifizierung von Tatverdächtigen und Strafverfolgung an die Task Force Briefermittlungen weitergeleitet werden.

0
Kommentare | Kommentieren