Seit den 1950er-Jahren bis zum Ende des letzten Jahrhunderts wurden sowohl in Deutschland als auch in Hessen die Verkehre auf zahlreichen Eisenbahnstrecken eingestellt, da Kosten und Nutzen nicht mehr im Einklang standen. Der Schienenverkehr ist jedoch zentral, um eine kostengünstige und umweltfreundliche öffentliche Mobilität für die Bürgerinnen und Bürger in Hessen zu gewährleisten und auch den Gütertransport nachhaltig zu gestalten. Deswegen setzt sich die hessische Landesregierung, da wo es sinnvoll und möglich ist, gezielt für die Reaktivierung einzelner Schienenverbindungen ein.
„Entscheidende Hürde für die Reaktivierung“
„Nachdem die Entwurfsplanung abgeschlossen wurde und auch die Nutzen-Kosten-Untersuchung positiv ist, können wir jetzt mit der Genehmigungsplanung starten. Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in der Region“, so Verkehrsminister Kaweh Mansoori in Bezug auf die Reaktivierung der Lumdatalbahn. „Hessen hat das Projekt im derzeit laufenden Planungsvertrag bereits mit rund 4,5 Millionen Euro unterstützt und wird das aufgrund der jetzt vorliegenden positiven Bewertung auch weiterhin tun.“ Zu diesem Zweck kann und wird das Land Hessen Mittel aus dem Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen einsetzen.
„Eine entscheidende Hürde für die Reaktivierung der Lumdatalbahn ist genommen! Das sind sehr gute Nachrichten für unsere Region. Die Reaktivierung bedeutet Teilhabe im ländlichen Raum“, freut sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Felix Döring über die positiven Nachrichten aus Wiesbaden.
Die Reaktivierung der Lumdatalbahn ist bereits seit einigen Jahren in Planung. 2018 gab das hessische Verkehrsministerium bekannt, vertiefte Planungen für die Wiederaufnahme des Betriebs zwischen Lollar und Londorf seien gerechtfertigt. 2023 kaufte die HLB die Strecke. Im August 2023 erhielt die HLB vom Land Hessen über 4,3 Millionen Euro zur Durchführung von Planungsleistungen. Seither wurde auf das Ergebnis der beauftragten Kosten-Nutzen-Untersuchung gewartet. Diese gibt Aufschluss darüber, ob eine Reaktivierung durch Bund und Land förderfähig ist.
45 Millionen Euro für drei Strecken
Das positive Ergebnis der Kosten-Nutzen-Untersuchung für die Lumdatalbahn liegt nun vor. Dementsprechend kann jetzt mit der konkreten Planung und Finanzierung begonnen werden. „Nach all den Versprechungen rund um die Reaktivierung ist diese Nachricht wichtig, um das Vertrauen in die Politik nicht zu schwächen. Gleichzeitig muss jetzt zügig die nächste Planungsphase beginnen. Es darf nicht zu weiteren Verzögerungen kommen“, fordert Landtagsabgeordnete Nina Heidt-Sommer (SPD).
Die positiv ausgefallene Kosten-Nutzen-Untersuchung war entscheidend für die 45 Millionen Euro, die das Land Hessen für die Reaktivierung von drei Bahnstrecken, darunter die Lumdatalbahn, investieren wird, wie kürzlich bekannt wurde. „Mit den 45 Millionen Euro aus dem Infrastruktursondervermögen des Bundes für die nächsten Planungsphasen beweisen wir, dass wir die Mittel genau dort einsetzen, wo sie benötigt werden. Wir unterstützen den ländlichen Raum und bauen klimafreundliche Mobilität aus“, erläutert SPD-Landtagsabgeordneter Maximilian Ziegler die Verwendung des Infrastruktursondervermögens.
„Hervorheben möchte ich den Einsatz von Felix Döring, Max Ziegler, Nina Heidt-Sommer und Ines Fröhlich, die sich seit Jahren für die Reaktivierung einsetzen und schon mehrfach vor Ort waren“, bedanken sich Kerstin und Manfred Lotz, Vorsitzender Lumdatalbahn, im Namen des Lumdatalbahnvereins.