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Jutta Dobener war Verlässlichkeit in Person

Alle Prüfungsunterlagen der WvO-Abiturienten seit 1993 sind durch ihre Hände gegangen, aber bereits 1981 kam die Jutta Dobener an das Dillenburger Gymnasium.
08. April 2021, 13:00 Uhr
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Jutta Dobener wird von Landrat Wolfgang Schuster (l.) und Oberstudiendirekor Martin Hinterlang in den Ruhestand verabschiedet. Vom Schulleitungs- und Verwaltungsteam gab es zudem Blumen und einen Zuschuss zur Urlaubkasse - sobald man wieder vereisen darf. Dann zieht es die Dobeners gern in südliche Gefilde. Foto: Markus Hoffmann/WvO

An der Wilhelm-von-Oranien-Schule gefiel es Jutta Dobener so gut, dass sie bis zum Ruhestand blieb, den sie kürzlich angetreten hat. Aufgrund der Corona-Reglementierungen konnte die Schulsekretärin aber nur im kleinen Kreis an der Wilhelm-von-Oranien-Schule verabschiedet werden. Als ihr Arbeitgeber überreichte Landrat Wolfgang Schuster persönlich die Ruhestandsurkunde.

Nur in kleinem Rahmen

Jutta Dobener hätte man wahrhaftig eine größere Abschiedsparty gewünscht, als aufgrund der derzeitigen Auflagen möglich gewesen ist, waren sich alle Schulverantwortlichen einig. Nur wenige Mitglieder der Schulgemeinde sowie ehemalige Weggefährten durften so dabei sein, als sie im Atrium der Schule verabschiedet wurde.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann lauschte die Hirzenhainerin, die insbesondere mit der gymnasialen Oberstufe, der Abiturprüfungsabwicklung und der Organisation von Vertretungsaufgaben im Rahmen der »verlässlichen Schule« befasst war, den Abschiedsreden des Landrats und des Schulleiters, Oberstudiendirektor Martin Hinterlang.

Immer für alle da

Beide lobten die beeindruckende Verlässlichkeit, mit der Jutta Dobener ihren Dienst in den vier Jahrzehnten versehen habe. Hinterlang zitierte seinen Vor-Vorgänger Dieter Scholz aus einem Dienstbericht: »Frau Dobener arbeitet stets sorgfältig, gewissenhaft und genau, sie plant ihre Arbeiten weitgehend selbstständig, weiß selbst, was zu tun ist, und entwickelt Vorschläge zur Verbesserung der Abläufe. Sie stellt sich den üblichen und neuen Anforderungen, ist immer hilfsbereit, ausgeglichen und freundlich.«

Wie nötig es ist, dass eine Sekretärin freundlich und zugewandt ist, weil sie ja gewissermaßen im Empfangsbereich einer Schule arbeitet, betonte auch Landrat Schuster. Er ließ den beruflichen Werdegang Jutta Dobeners kurz Revue passieren: Ausbildung im kaufmännischen Bereich bei der Wächtler GmbH & Co. KG in Dillenburg, dann ein Intermezzo in der Verwaltung eines heimischen Steinmetzbetriebs, bald darauf die erfolgreiche Bewerbung beim Lahn-Dill-Kreis um die ausgeschriebene Sekretariatsstelle an der WvO.

Veränderungen im Lauf der Zeit

Auch betonten Schuster und Hinterlang, wie sehr sich die Arbeitsbedingungen in den letzten 40 Jahren verändert hätten: Am Anfang sei die Arbeit am Computer noch gar nicht vorstellbar gewesen, aber am ersten PC in der WvO-Schulverwaltung im Jahr 1989 habe sich Jutta Dobener dann rasch eingearbeitet.

Jedoch nicht nur die sich wandelnde Bürotechnik stellte Herausforderungen dar, auch die Arbeit mit den Menschen hat sich in der langen Zeit sehr verändert, berichtet Schulleiter Hinterlang: »In 40 Jahren erlebt man viele unterschiedliche Schüler, Eltern und Lehrer. Du hast wahrgenommen, wie sich das Auftreten von Fünftklässlern im Sekretariat in dieser Zeit verändert hat. Oder wie groß die Spannweite sein kann zwischen Eltern, die einen Kartengruß mit Dankesworten für die Unterstützung ihrer Kinder abgeben, und solchen, die im Sekretariat mit Nachdruck eine Notenbegründung von den Sekretärinnen persönlich einfordern.«

Allen Veränderungen der Zeit zum Trotz hat sich Jutta Dobener an der WvO immer wohlgefühlt, wie sie selbst in ihrem Abschiedswort betont: »Ich war immer sehr gerne für Sie und Euch da und habe mich hier sehr wohlgefühlt. Ich habe viele schöne Momente in den vergangenen 40 Jahren in der Schule erlebt und es war für mich mehr als nur eine Arbeitsstelle.« Die Tatsache, dass alle drei Kinder der Dobeners das Dillenburger Gymnasium besuchten und mittlerweile auch die Enkel der WvO die Treue halten, sind wohl der beste Beweis für diese Zufriedenheit.

Vielleicht ergibt sich nach dem Abebben der Pandemie eine Gelegenheit, den Abschied etwas größer nachzufeiern, denn von zahlreichen Lehrkräften und Mitarbeitern der Schule konnte sich Jutta Dobener aufgrund der Sicherheitsauflagen nicht persönlich verabschieden. Lediglich jeweils ein Vertreter aus Personalrat, Elternbeirat und Schülerschaft durften Grüße und Präsente überbringen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/smlokales/jutta-dobener-war-verlaesslichkeit-in-person;art2773,730355

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