13. Mai 2026, 19:15 Uhr

Marburg

Inklusives Gruppenangebot im Stadtwald eröffnet

Viele Familien haben den Tag der offenen Tür auf dem Freizeitgelände im Stadtwald genutzt und den neuen inklusiven Hochseilgarten ausprobiert.
13. Mai 2026, 19:15 Uhr
Der inklusive Hochseilgarten bietet verschiedene Herausforderungen, die alleine oder im Team zu bewältigen sind. Foto: Stefanie Ingwersen/Stadt Marburg

Die Sonne strahlt, die Blätter rauschen sanft im Wind und ein Specht werkelt hörbar an einem Baum. Neben den Geräuschen der Natur waren auf dem Freizeitgelände im Stadtwald am Wochenende vor allem freudige Rufe, ein wiederholendes „Klick“ und das Surren von Karabinerhaken entlang von Seilen zu hören.

„Das Freizeitgelände im Stadtwald ist ein ganz besonderer Platz in Marburg, weil es Kindern und Jugendlichen einen Erlebnisort innerhalb der Natur bietet. Der neue Hochseilgarten ist für alle nutzbar. Teilnehmer – insbesondere Kinder und Jugendliche – können hier an den Herausforderungen wachsen. Wer einmal oben gewesen ist, weiß, dass man danach unten verändert wieder ankommt. Es ist ein wirklich tolles Projekt, für das ich mich bei allen Beteiligten bedanke“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zur Eröffnung.

Verschiedene Eröffnungsangebote

Viele Familien haben den Tag der offenen Tür genutzt, um den Hochseilgarten auszuprobieren und das Freizeitgelände im Stadtwald zu erkunden. Neben der Hauptattraktion gab es mehrere Mitmach-Angebote: von Wikinger-Schach über Corn-Hole bis hin zu Bogenschießen und Disc-Golf-Parcours. Daneben war auch der Verein Slackline Mittelhessen vor Ort. Während die Profis auf der Highline trainierten, waren mehrere Slacklines in Bodennähe zum Ausprobieren für alle gespannt.

„In der Jugendförderung haben wir bereits viele inklusive Angebote und arbeiten daran, diese stetig zu verbessern und weiter auszubauen. Für den neuen Hochseilgarten haben wir uns vielseitig informiert und beraten lassen“, berichtete Lars Kietz von der Jugendförderung der Stadt Marburg. Sowohl die Blista Marburg als auch der Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen (fib) Marburg wurden einbezogen sowie die Arbeitsgruppe „Hochinklusiv“ der ERCA (European Rope Course Association).

Die Stadt Marburg hat die Alea GmbH mit dem Bau beauftragt. Insgesamt wurden 272.000 Euro in den Hochseilgarten investiert. Für die Ausbildung des Personals hat die Stadt eine Förderung durch das Landesministerium für Soziales und Integration in Höhe von 10.000 Euro erhalten.

Neue Möglichkeiten

Der rund sechs Meter hohe Hochseilgarten eignet sich für Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigungen. Er bietet verschiedene Herausforderungen, die eigenständig oder im Rahmen einer Teamaufgabe gemeistert werden. Auch Rollstuhlfahrer können diesen nutzen.

Für den Weg nach unten gibt es sogar noch mehr Möglichkeiten. Neben Rampe, Seilzug und Klettern können sich Teilnehmer eine sehr steile Rampe rückwärts herunterlassen oder mit der Seilrutsche herunterfahren. Beide Varianten sind auch im Rollstuhl möglich. Für Menschen mit Muskelschwäche gibt es eine Gewichtsreduktionsanlage, die so die Bewegung erleichtert. Daneben gibt es ein Tastmodell für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Zudem sind weitere taktile Elemente geplant.

„Das war eine wirklich schöne Erfahrung heute. Es hat sich einfach und alltäglich angefühlt. Unser Sohn hatte Spaß und konnte selbst auch aktiv werden“, erzählte Gerd, der gemeinsam mit seiner Familie die Eröffnung besuchte. Sein Sohn Edmund sitzt im Rollstuhl. Edmund hat den Hochseilgarten als eines der ersten Kinder während der Eröffnung ausprobiert.

Wer kann das Angebot nutzen?

Der Hochseilgarten steht Gruppen aus Schule, Vereinen, Aus- und Weiterbildung sowie der Jugend- und Behindertenhilfe zur Verfügung. Der Hochseilgarten kann sowohl in pädagogisch begleiteten Settings (Marburger Abenteuerprojekt) als auch in der bewegungs- und abenteuerorientierten Freizeitgestaltung genutzt werden. Die Begleitung der Gruppen erfolgt durch qualifizierte und erfahrene Teamer. Weitere Informationen sind auch unter www.hausderjugend-marburg. de zu finden.

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