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Impfzentrum nahezu einsatzbereit

Gerade einmal acht Tage hat es gedauert, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeinsam mit der Stadt Marburg und weiteren Partnern das Impfzentrum errichtet hat.
15. Dezember 2020, 13:00 Uhr
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In der großen Halle sind vier Impfstraßen mit insgesamt 16 Impfkabinen untergebracht, um täglich rund 1.000 Menschen impfen zu können. Foto: Georg Kronenberg/Landkreis

Mit im Boot waren noch die Stadtwerke Marburg, der Dienstleistungsbetrieb der Stadt (DBM) und die Messe Marburg Veranstaltungs-GmbH, die geholfen haben das nötige Impfzentrum für den Kreis auf dem Marburger Messeplatz aufzubauen. »Der Auftrag des Landes lautete, bis 11. Dezember fertig zu sein. Den Auftrag haben wir bereits einen Tag vorab fast erfüllt«, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Nur noch wenige Kleinigkeiten seien zu erledigen. »Der Auf- und Ausbau der 3.200 Quadratmeter großen Halle einschließlich der Infrastruktur, von Null auf Hundert, war ein Kraftakt, den wir alle so noch nicht hatten«, sagte Fründt. Dementsprechend dankbar sei sie für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

»Mit dem Messeplatz konnten wir einen zentralen und gut erreichbaren Ort für das Impfzentrum des Kreises anbieten«, berichtet Dr. Thomas Spies, Oberbürgermeister der Stadt Marburg. Um das Areal funktionsgerecht auszustatten, hätten Stadtverwaltung, Stadtwerke und DBM keine Mühen gescheut. »Wir konnten von der Verkehrslenkung bis zur Internetverbindung und der Wasserversorgung alles trotz der Kürze der Zeit rechtzeitig bereitstellen.« Der Aufbau des Zelts begann zeitgleich. »Dazu verarbeiteten bis zu 100 Menschen, teils rund um die Uhr, etwa 20 Sattelzüge an Material«, berichtete Andreas Kleine von der Messe Marburg.

»Marathonlauf startet«

»Die Errichtung war aber erst der Anfang«, gab Landrätin Fründt zu bedenken. Nach den Planungen des Landes gelte es mit Beginn der Impfungen, täglich 1.000 Menschen impfen zu können. »Wir gehen von einem Betrieb für 250 Tage aus. An sieben Tagen pro Woche, etwa 15 Stunden täglich. Der eigentliche Marathon startet erst noch«, sagte Landrätin Fründt.

Zur Unterstützung würden aktuell noch Gespräche mit Dienstleistern geführt, die den Betrieb unter der Regie des Katastrophenschutzes und des Gesundheitsamtes übernehmen werden.

Fachpersonal gesucht

»Wir benötigen weiterhin Ärztinnen und Ärzte mit Impferfahrung, medizinische Fachangestellte, Gesundheits- und Krankenpflegekräfte oder auch pharmazeutisch-technische Fachangestellte und anderes medizinisches Personal mit mindestens dreijähriger Ausbildung«, erläuterte Dr. Birgit Wollenberg, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes.

Derzeit hätten sich bereits 92 Ärztinnen und Ärzte sowie 73 Personen mit medizinischem Hintergrund zur Mitarbeit gemeldet. Auch Oberbürgermeister Spies, selbst Mediziner, hat sich bereit erklärt, bei Bedarf auszuhelfen.

»Das sich bereits viele helfende Hände gemeldet haben, freut uns sehr«, sagte Wollenberg. Allerdings würde angesichts des Dauerbetriebs und den zusätzlichen Einsatz von mobilen Impfteams bis weit in nächste Jahr hinein weitere Unterstützung benötigt. Interessierte können sich weiter an personal-impfzentrum@ marburg-biedenkopf.de wenden.

Nicht einfach kommen

»Was wir derzeit noch nicht wissen ist, wann das Impfzentrum in Betrieb geht. Das hängt von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab«, sagte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, zuständig für den Katastrophenschutz. »Welche Personen dann wann geimpft werden, legt das Land fest«, ergänzte Wollenberg.

Es gebe bereits viele Bürger, die sich beim Gesundheitsamt für eine Impfung anmelden möchten, das aber sei der falsche Weg. »Die Einladung zur Impfung kommt vom Land Hessen«, stellte Wollenberg fest. »Eines ist klar: Wir sind bereit. Sobald die Impfungen beginnen können, kann es bei uns losgehen«, war Landrätin Fründt optimistisch.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/smlokales/impfzentrum-nahezu-einsatzbereit;art2773,716563

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