23. August 2026, 13:00 Uhr

Rauschenberg

Förderung für historische Orgel

Die Orgel in Rauschenberg erhält für ihre Sanierung einen stattlichen Zuschuss.
23. August 2026, 13:00 Uhr
In der evangelischen Kirche Rauschenberg kann die Orgel saniert werden, um die historische Substanz zu sichern. Foto: Reichel

Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfD) und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen haben ein gemeinsames Orgelförderprogramm aufgelegt. Dies besteht bereits seit 25 Jahren. Hiervon soll nun auch die Orgel in Rauschenberg profitieren.

Hierzu haben Jörg Klinge (Geschäftsführer Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen) und Dr. Bernhard Buchstab (Orgelsachverständiger und Konservator im LfD) aktuell die Kirchengemeinden besucht, die in diesem Jahr bei der Sanierung ihrer historisch wertvollen Orgel gefördert werden. Darunter eben auch die evangelische Kirche in Rauschenberg.

Geplante Arbeiten

Die Sanierung der Orgel in Rauschenberg wird mit 20.000 Euro gefördert. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 100.000 Euro. Die evangelische Kirche gehört zu den prägenden Kulturdenkmälern der historischen Altstadt von Rauschenberg. Mit ihrer über Jahrhunderte gewachsenen Baugeschichte und ihrer wertvollen Ausstattung ist sie ein bedeutendes Zeugnis des kirchlichen Lebens in Mittelhessen. Die Orgel bildet einen wesentlichen Bestandteil dieser historischen Ausstattung.

Das Instrument wurde 1906 von der Hofgeismarer Orgelbauwerkstatt Conrad Euler erbaut. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfuhr die Orgel tiefgreifende Veränderungen. Mitte der 1960er-Jahre und erneut 1982 wurden zahlreiche Eingriffe vorgenommen, die sich insbesondere an den damaligen Vorstellungen einer klanglichen „Barockisierung“ orientierten. Dabei wurden mehrere Register des Pfeifenwerks ausgetauscht sowie Traktur und Spieltisch erneuert. Trotz dieser Veränderungen ist ein erheblicher Teil der originalen Substanz des Orgelwerks erhalten geblieben.

Mit der Restaurierung soll die erhaltene historische Substanz dauerhaft gesichert werden. Es ist keine vollständige Rekonstruktion der verlorenen Bestandteile vorgesehen. Stattdessen konzentrieren sich die Arbeiten auf die Bereiche, in denen erhebliche technische, gestalterische oder klangliche Beeinträchtigungen bestehen.

Identifikation stärken

„Mit der Förderung erhalten Kirchen und ihre Orgeln auch in kleineren Gemeinden eine besondere Aufmerksamkeit. Ebenfalls wird die Identifikation der Menschen mit dem eigenen Ort gestärkt. Somit gibt das Orgel-Restaurierungsprogramm einen wichtigen regionalen Impuls und trägt dem flächendeckenden Ansatz der Stiftung im kulturellen Bereich Rechnung“, berichtet Jörg Klinge beim Besuch in Rauschenberg.

„Über das Orgelprogramm konnte eine Vielzahl von Instrumenten restauriert werden. Sie bilden ein breites Spektrum der hessischen Orgellandschaft ab, an der die Verbreitung regionaler Orgelwerkstätten deutlich wird. In der Gesamtschau geben sie einen guten Überblick über die verschiedenen Zeitschichten mit ihren unterschiedlichen technischen und klanglichen Ausprägungen“, ergänzt Dr. Bernhard Buchstab.

188 Orgeln bereits saniert

Das Orgelförderprogramm wurde 2001 ins Leben gerufen. Seitdem werden jedes Jahr fünf bis neun historische Instrumente mit 20 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Insgesamt konnten auf diese Weise 188 Orgeln in 22 Landkreisen und drei kreisfreien Städten mit insgesamt 2,24 Millionen Euro gefördert werden.

Ziel des Förderprogramms ist es, die Vielfalt von historischen Orgeln in Hessen zu erhalten und erlebbar zu machen. Darüber hinaus unterhält das Landesamt ein wichtiges Netzwerk für Orgelsachverständige aller Landeskirchen und Diözesen in Hessen.

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