Für die dafür notwendigen Schritte, wie etwa Beschilderung und Ruhebänke, gibt es eine finanzielle Förderung von rund 160.000 Euro aus Geldern der Europäischen Union im Rahmen der Regionalentwicklung. Den Förderbescheid hat Landrat Jens Womelsdorf an Hanno Kern (Bürgermeister Ebsdorfergrund) überreicht.
Gemeinsames Projekt
Denn die Gemeinde ist Antragstellerin, wickelt das Förderverfahren verantwortlich ab und ist Mitglied der Leader-Region Marburger Land. In solchen Regionen schließen sich unter anderem Städte und Gemeinden, aber zum Beispiel auch Mitglieder aus der Privatwirtschaft in Vereinen zusammen, um Projekte gemeinschaftlich in einer Region auf den Weg zu bringen.
Das entsprechende Gebiet, das zur zertifizierten Wanderregion werden soll, erstreckt sich dabei zwischen den beiden Lahnzuflüssen Zwester Ohm bei Ebsdorfergrund und Lumda im Kreis Gießen. Der Projektname „WanderMaGie“ spielt passenderweise auf die Namen der beiden Landkreise an.
„Das ist gleich aus mehreren Gründen ein tolles Förderprojekt: Nicht nur wegen der landkreisübergreifenden Zusammenarbeit, sondern auch, weil Gelder aus der EU den Menschen hier in der Region zugutekommen. Als leidenschaftlicher Wanderer freut mich natürlich auch, dass zudem das Wandererlebnis verbessert wird“, sagt Landrat Jens Womelsdorf.
„Gerade Qualitäts-Wanderwege sind im Tourismus gefragt“, ergänzt Landrätin Anita Schneider (Kreis Gießen). „Sie bieten nicht nur tolle Einblicke in unsere schöne Natur, sondern sind auch für Gastronomie und Hotellerie vor Ort von Bedeutung. Es ist schön, dass wir dieses Wanderprojekt zusammen realisieren können. Dies knüpft auch an unsere gemeinsamen Initiativen als Teil der touristischen Destination Lahntal an.“
Wanderregion ausbauen
Übergeordnetes Ziel ist der Ausbau des Gebietes zu einer Qualitäts-Wanderregion: also bestehende Wanderwege sichern und ausbauen, neue Strecken ausweisen, aber den Weg auch an bereits bestehende Wanderrouten anbinden. Auch Wissenswertes zu Kultur, Natur und Geografie soll über Informationstafeln vermittelt werden.
„Nach fünf Jahren Planung freuen wir uns sehr, dass wir mit der Umsetzung des Wanderprojekts beginnen können. Dieses überregional beachtete Vorhaben ist ein starkes Zeichen für erfolgreiche Zusammenarbeit und wird einen wichtigen Beitrag zur touristischen Infrastruktur unserer Region leisten“, macht Bürgermeister Hanno Kern deutlich.
Den Förderzuschuss in Höhe von rund 160.000 Euro teilen sich beide Leader-Regionen aus ihrem jeweiligen Förderkontingent. Denn Leader-Regionen verfügen über sogenannte Planungskontingente an Zuschüssen, die sie für ihre Vorhaben verwenden können.
Neben den beiden Regionen sind weitere Institutionen an dem Projekt beteiligt, auch um die Pflege und die Gesamtkosten in Höhe von rund 236.000 Euro für das Projekt zu decken. Neben dem Landkreis Gießen beteiligen sich die Städte Staufenberg und Allendorf (Lumda) sowie die Gemeinde Rabenau. In Marburg-Biedenkopf sind neben dem Landkreis die Gemeinden Ebsdorfergrund und Fronhausen Teil des Projekts.
Marburg-Biedenkopf zuständig
Zudem ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf die zuständige Fach- und Förderbehörde, da eine Gemeinde aus dem Kreisgebiet Antragsteller ist. Der Kreis prüft und bearbeitet die Förderanträge sowie Auszahlungs- und Verwendungsnachweise. Auch stellt er die zuwendungsfähigen Ausgaben sowie den Zuschuss fest und erstellt die Bescheide. Darüber hinaus berät und unterstützt der Landkreis in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement der jeweiligen Leader-Region die Antragsteller in Verfahrensfragen.