In Lich standen der 77. Kreisfeuerwehrtag, das 150. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Lich sowie das 80-jährige Bestehen des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen an.
Eröffnung mit Zapfenstreich
Mit einem großen Zapfenstreich wurden die Feierlichkeiten vor der Kulisse der Marienstiftskirche eingeläutet. Durch das Programm führte Harald Metzger aus Muschenheim, der zunächst einen historischen Rückblick auf die beiden Jubiläen gab. Er erinnerte an die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Lich im Jahr 1876 und zeichnete deren Entwicklung bis zur heutigen Wehr mit 69 Aktiven, elf Fahrzeugen und 132 Einsätzen im Jahr 2025 nach. Im Kreisfeuerwehrverband engagieren sich heute in 87 Feuerwehren mehr als 2.800 Frauen und Männer.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit marschierten rund 80 Musiker und Musikerinnen aus den Musik- und Spielmannszügen Allendorf/Lda., Eberstadt, Großen-Buseck, Holzheim, Laubach, Muschenheim, Reiskirchen und Staufenberg sowie 30 Mitglieder der Licher Jugendfeuerwehren mit Fackeln auf den Kirchenplatz. Dazu kam ein 36-köpfiger Ehrenzug der Licher Einsatzabteilung mit Abordnungen aus den Partnerstädten Dieulefit und Tata. Die musikalische Leitung hatten Christoph Assmann und Kreisstabführer Werner Rauber-Wagner.
Tag der Feuerwehr
Temperaturen von über 30 Grad begleiteten die Besucherinnen und Besucher am folgenden Tag der Feuerwehr in der Licher Altstadt. Dabei konnte nicht nur die Arbeit der Wehren hautnah erlebt werden, sondern auch eine Feuerwehr-Zeitreise. 43 Oldtimer luden zu einem Blick in die Vergangenheit ein. Gemeinsam mit den alten Einsatzfahrzeugen wurden auch historische Ausrüstungsgegenstände wie Feuerwehrhelme, Feuerlöscher und alte Alarmsignale gezeigt.
Rettung aus dem Rathaus
Die Licher Jugendfeuerwehr rettete bei einer Einsatzübung nicht nur Dummys aus dem Rathaus, sondern auch ein Kind sowie Bürgermeister Dr. Julien Neubert. Jugendfeuerwehrwartin Antonia Merle moderierte die Übung und erklärte den Zuschauerinnen und Zuschauern dabei das Vorgehen der Nachwuchsretter und -retterinnen.
Ferner präsentierten Feuerwehren aus dem Landkreis ihre Sonderfahrzeuge und Spezialeinheiten. Am Bürgerpark war zudem ein Überschlagsimulator aufgebaut und gleich nebenan wurde über die speziellen Einheiten des Katastrophenschutzes und deren Aufgaben informiert. Neben dem Rathaus vermittelte der Brandschutzerziehungsanhänger mit verschiedenen Spiel- und Mitmachangeboten wichtige Kenntnisse rund um Brandschutz, Gefahren und das richtige Verhalten im Notfall für die jüngsten Besucherinnen und Besucher.
Im Gemeindezentrum der katholischen Kirche St. Paulus wurde der erste CSA-Tischtennis-Cup ausgetragen. Zehn Teams mit jeweils drei Spielern traten dabei in vollständigen Chemikalienschutzanzügen (CSA) gegeneinander an. Der Chemikalienschutzanzug ist gasdicht und schützt die Einsatzkräfte bei Gefahrguteinsätzen vor gefährlichen Stoffen. Bei 36 Grad wurde der sportliche Wettkampf damit zu einer echten Belastungsprobe.
Großer Festzug zum Abschluss
Beim 77. Kreisfeuerwehrtag im Schlosspark Lich fanden sich zum Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten rund 1.500 Teilnehmende aus 78 Feuerwehren, neun Musikformationen sowie zahlreichen Licher Vereinen zum großen Festzug zusammen.
Vorausgegangen war die Großkundgebung im Schlosspark. Nach der Nationalhymne der Musikzüge gab der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen, Roland Kraus, mit den Worten „Festzug marsch“ den Startschuss für den großen Umzug. Mit 113 Zugnummern und einer rund drei Kilometer langen Strecke war er der größte Festzug seit dem Hessentag 1993.