„Wir haben unser Ziel mit mindestens 80 Fahrzeugen erreicht. Auch wenn es noch in der vergangenen Woche 105 Anmeldungen waren, so trudelten angesichts der Hitzegrade dann doch einige Absagen ein, und heute konnten wir 84 Fahrzeuge in 13 Gruppen auf die Strecke schicken“, zeigte sich der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Historische Feuerwehrtechnik Landkreis Gießen, Sebastian Moos, sichtlich zufrieden.
Mit 20-minütiger Verspätung rollte mit dem Mercedes 1500 S, Baujahr 1942, der Freiwilligen Feuerwehr Lich das älteste motorisierte Löschfahrzeug des Landkreises Gießen über die Unterstadt zum Marktplatz. Von dort aus startete es dann auf den rund 70 Kilometer langen Rundkurs, der durch den westlichen und mittleren Landkreis im Übergang zum Vogelsberg führte.
Dieter Fink stellte auf dem Licher Marktplatz alle Fahrzeuge den Besucherinnen und Besuchern vor. Mit dem Feuerwehrkonvoi wurde dem Kreisfeuerwehrverband Gießen zum 80. Geburtstag und der Freiwilligen Feuerwehr Lich zu ihrem 150-jährigen Bestehen gratuliert.
Im offenen Borgward B2000, einst in Diensten der Feuerwehr Lauter, wurden Landrätin Anita Schneider wie auch Lichs Bürgermeister Dr. Julien Neubert zum Marktplatz gefahren, wo bereits der erste Kreisbeigeordnete Christopher Lipp mit zahlreichen Schaulustigen wartete.
Bei Temperaturen um 34 Grad waren die Besucherinnen und Besucher für die angenehme, leichte Brise auf dem Marktplatz dankbar. Überall suchten sich die Leute schattige Plätze, um trotz der Hitze das Feuerwehrspektakel bestaunen zu können.
Die Route
Vom Licher Marktplatz mit Fahrzeugvorstellung und Bewirtung führte die Route über Langsdorf, Hungen, Villingen, Ruppertsburg und Laubach weiter Richtung Wetterfeld, Münster und Grünberg. Dort legte der Tross an der Gallushalle eine kurze Pause ein, bevor es weiter über Beltershain, Geilshausen, Odenhausen, Kesselbach, Londorf, Allendorf/Lumda und Treis/Lumda ging. In Staufenberg und Lollar sowie später in Gießen, Wieseck und Alten-Buseck wurde der Konvoi von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern am Straßenrand begrüßt. Über Großen-Buseck, Oppenrod, Burkhardsfelden, Albach und Steinbach führte die Strecke schließlich zurück nach Lich, wo nach rund vierstündiger Fahrt das große Abschlusstreffen der Teilnehmenden stattfand.
Im Mittelpunkt des Konvois standen historische Fahrzeuge aus nahezu einem Jahrhundert Feuerwehrgeschichte – vom Vorkriegsfahrzeug bis zum modernen Einsatzfahrzeug der 1990er-Jahre. Besondere Aufmerksamkeit galt den zahlreichen Exoten und Raritäten im Zug. Dazu zählten ein Opel-basiertes KzS 8 aus dem Jahr 1939 der Feuerwehrhistorik Bad Homburg sowie mehrere seltene Vorkriegs- und Nachkriegsfahrzeuge von Mercedes und Borgward.
Besonders bestaunt wurden hier gleich zwei Mercedes L1500S Löschgruppenfahrzeuge, einmal Baujahr 1941 von der Historischen Löschbereitschaft Kurpfalz und Baujahr 1943 von der Oldtimergruppe Feuerwehr Marburg. Ergänzt wurde das Teilnehmerfeld durch zahlreiche Mercedes- und VW-Fahrzeuge der 1980er- und 1990er-Jahre, von denen sich auch heute noch einige im aktiven Feuerwehrdienst befinden oder als Reserve- und Traditionsfahrzeuge vorgehalten werden.
Gerade dieser Mix aus noch dienstbereiten Einsatzfahrzeugen, liebevoll restaurierten Oldtimern und reinen Museumsstücken machte den besonderen Reiz der Ausfahrt aus.
Dies beeindruckte auch Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck, der es sich bei einem Termin in Hungen nicht nehmen ließ, einen Blick auf die vorbeirollenden Oldtimer zu werfen. Manche Fahrzeuglenker und Mitfahrer erkannten auch den prominenten Gast an der Strecke und ließen das Alarmsignal ertönen.