01. Juli 2026, 13:00 Uhr

Gießen

Erster Platz für „Normalos“

Die „Normalos – Die Inklusivreporter“ der Lebenshilfe Gießen haben den „Preis für digitales Miteinander“ 2026 in der Kategorie „Digitale Teilhabe“ gewonnen.
01. Juli 2026, 13:00 Uhr
Die „Normalos“ freuen sich über die bundesweite Anerkennung. Foto: Lebenshilfe

Vor vier Jahren hatten viele von ihnen kaum Berührungspunkte mit Social Media. Heute werden sie für ihren Instagram-Kanal mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet: Die „Normalos – Die Inklusivreporter“ der Lebenshilfe Gießen haben den „Preis für digitales Miteinander“ 2026 in der Kategorie „Digitale Teilhabe“ gewonnen.

Preis für digitales Miteinander

Mit dem Jurypreis, vergeben von der Initiative „Digital für alle“, werden Projekte ausgezeichnet, die sich dafür einsetzen, Menschen aus dem digitalen Abseits zu holen und sie auf dem Weg in die digitale Welt mitzunehmen. Die inklusive Social-Media-Redaktion setzte sich gegen rund 300 Bewerbungen aus ganz Deutschland durch. Nach der Nominierung für die Shortlist überzeugten die „Normalos“ die hochkarätig besetzte Jury aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, darunter Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig, Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus sowie die Moderatorin, Journalistin und Autorin Clarissa Corrêa da Silva.

5.000 Euro Preisgeld

Für den Sieg erhält das Projekt ein Preisgeld von 5.000 Euro. Die Preisverleihung fand am Freitag als Livestream im Rahmen des bundesweiten Digitaltags statt, der in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung stand.

Bei den „Normalos“ produzieren Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Inhalte für soziale Medien. Sie berichten über Inklusion, Diskriminierung, psychische Gesundheit, Politik und das Leben mit Beeinträchtigung – aus ihrer eigenen Perspektive. Was 2022 als inklusives Medienprojekt begann, erreicht heute ein Publikum weit über Mittelhessen hinaus.

„Durch die Normalos bin ich viel selbstbewusster geworden“, sagt Inklusivreporterin Katharina Volz, die von Beginn an Teil der Redaktion ist. „Heute traue ich mich, vor der Kamera zu stehen und meine Meinung zu sagen. Dass wir dafür jetzt einen bundesweiten Preis bekommen, macht mich sehr stolz.“

Im digitalen Raum oft unterrepräsentiert

Die Auszeichnung würdigt ein Projekt, das Menschen mit Behinderung nicht nur den Zugang zu sozialen Medien erleichtert, sondern ihnen eine eigene Stimme gibt. Die Reporter setzen Themen, erzählen ihre Geschichten selbst und machen Perspektiven sichtbar, die im digitalen Raum oft unterrepräsentiert sind.

„Social Media ist mehr als Unterhaltung. Hier wird mitentschieden, welche Themen gesellschaftlich sichtbar werden“, sagt Redaktionsleiterin Jasmin Mosel. „Wir freuen uns riesig über den Preis, der eigentliche Erfolg zeigt sich aber im Alltag. Menschen mit Beeinträchtigung entwickeln nicht nur digitale Kompetenzen, sondern auch Selbstvertrauen. Sie erleben: Meine Perspektive interessiert andere. Meine Stimme zählt. Genau darum geht es bei den Normalos.“

Das Preisgeld soll genutzt werden, um den Modellcharakter des Projekts weiter auszubauen – etwa durch zusätzliche inklusive Workshops, Fortbildungsangebote und weitere barrierearme Technik.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die inklusive Redaktion mit dem Anerkennungspreis des hessischen Sozialpreises gewürdigt. Mit dem „Preis für Digitales Miteinander“ folgt in kurzem Abstand nun eine bundesweite Anerkennung. 

Die Beiträge der „Normalos“ finden Interessierte auf Instagram unter normalos.inklusivreporter.

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