Die Gesamtschule Hungen und die Integrierte Gesamtschule Busecker Tal kamen auch aufs Treppchen. Auf der Zielgeraden im Schulprojekt „Energiepaten“ des Landkreises Gießen sprühten die Schülerinnen und Schüler gerade so vor Energie, denn zur Siegerehrung zählte jeder Punkt aus den Wettkämpfen der Heizsaison 2025/2026 nochmal in die Gesamtwertung: Das Rennen hat schließlich die Theo-Koch-Schule Grünberg gemacht – dicht gefolgt von der Gesamtschule Hungen und der Integrierten Gesamtschule Busecker Tal.
Energieeffizienz und Klimaschutz
Der Landkreis Gießen hatte im Rahmen seines Energiemanagements das Schulprojekt ins Leben gerufen, damit Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, praxisnah wichtige Erfahrungen im Umgang mit Energieeffizienz und Klimaschutz zu sammeln.
„Der Landkreis Gießen engagiert sich bereits seit 15 Jahren für den Klimaschutz“, begrüßte Landrätin Anita Schneider die Gäste in der Aula der Theo-Koch-Schule in Grünberg.
„Wir haben den Klimaschutz seit 2011 als Fachdienst etabliert, pflegen internationale Klimapartnerschaften und arbeiten aktuell an einem Klimaanpassungskonzept. Im Bereich unseres Masterplans Klimaschutz wurden die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut, doch auch die Energieeinsparung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Klimapolitik. Neben dem Energieverbrauch im Verkehr spielt der Verbrauch im Gebäudesektor dabei eine besonders große Rolle. Dank des Engagements der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Wettbewerbs wurde das große Potenzial, das bei der Einsparung von Energie in den Schulgebäuden steckt, sehr gut herausgearbeitet.“
Fünf verschiedene Wettkämpfe
Das energetische Potenzial greifbar zu machen, war das Ziel des ersten Wettkampfes. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler kräftig in die Pedale getreten, um einen Dynamo anzutreiben, der den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelte und so unter anderem eine Glühbirne zum Leuchten brachte. Der zweite Wettkampf handelte von Ideen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Zuvor wurde der weltweite Energiebedarf veranschaulicht. Bewertet nach Größe, Umsetzbarkeit und Kreativität befassten sich die drei Gewinner-Ideen mit einer gezielten Aufklärung im Physikunterricht, dem Anbringen von Solaranlagen auf Autos und dem Stoßlüften statt Kippen von Fenstern.
Während des dritten Wettkampfs konnten die Schülerinnen und Schüler anhand von Thermografie-Kameras des Landkreises ihr Schulgebäude auf energetische Schwachstellen überprüfen. Der vierte Wettkampf bestand aus der Ice-Cube-Challenge, bei der Miniaturhäuser gebaut wurden, die einen Eisblock möglichst lange vor Umwelteinwirkungen schützen sollten. Neben der Schmelzdauer ging es dabei auch um Kriterien wie die Baukosten, nutzbare Fläche und Anzahl der Fenster. Der Eisblock im Gewinner-Haus aus Grünberg hatte über zwei Tage lang im Sonnenschein durchgehalten. Schließlich beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im fünften Wettkampf mit den Energieausweisen ihrer jeweiligen Schulgebäude.
Entscheidender Faktor zur Energieeinsparung
„Der Landkreis Gießen hat einen Bestand von insgesamt 260 Gebäuden“, erklärte Schirmherr und Schuldezernent Christopher Lipp. „Mit 51 Schulen in eigener Trägerschaft kommt den Schulgebäuden im Energieverbrauch eine große Bedeutung zu. Dabei wird der Energiebedarf trotz Sanierungsoffensive immer maßgeblich von dem Verhalten der Gebäudenutzer beeinflusst. Wir sehen uns als Vorreiter bei der Steigerung der Energieeffizienz und möchten auch in den kommenden Jahren den Energiebedarf der kreiseigenen Liegenschaften weiter reduzieren. Dies kann nur mithilfe der Schülerinnen und Schüler gelingen, denen wir einen bewussten Umgang mit Energie vermitteln, um die Schulgemeinde insgesamt für das Thema zu sensibilisieren.“
Schuldezernent Lipp überreichte als Schirmherr der Energiepaten die Preise gemeinsam mit den Jurymitgliedern Landrätin Schneider, Björn Hendrischke, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Peter Blasini, Schulleiter der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich. Für den ersten Platz gab es einen Tagesausflug im Wert von 2.000 Euro und für den zweiten sowie dritten Platz jeweils einen Scheck in Höhe von 500 Euro.
Ein großes Dankeschön ging am Ende der Veranstaltung an Projektleiter Dr. Volkhard Nobis, der gemeinsam mit seinem Team aus dem Energiemanagement des Landkreises das Schulprojekt initiiert hat. Auch bei Gastgeber Jörg Keller, Schulleiter der Theo-Koch-Schule Grünberg, wurde sich herzlich für den Austragungsort bedankt. Und nicht zuletzt bei den Jurymitgliedern, den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern, die voller Energie bei der Sache waren.