27. Februar 2026, 13:00 Uhr

Gießen

Die Hilfe geht weiter

Das Gießener Hilfswerk GAiN bringt zurzeit ein Hilfstransport pro Woche auf den Weg in die Ukraine.
27. Februar 2026, 13:00 Uhr
Das Gießener Hilfswerk GAiN hilft den Menschen in der Ukraine weiterhin - gerade im Winter ist diese Hilfe oft überlebenswichtig. Foto: GAiN

Die Menschen in der Ukraine sind nicht nur vom langen russischen Angriffskrieg gezeichnet, sondern auch durch einen weiteren sehr harten Winter. Bissige Kälte bis minus 30 Grad, kalte Wohnungen, kaltes Wasser, defekte Heizungen und anhaltende Stromausfälle prägen das Leben in den großen Städten. Das Hilfswerk GAiN (Global Aid Network) bleibt auch weiterhin an der Seite der Menschen. Aktuell wird ein Hilfstransport pro Woche auf den Weg in die Ukraine gebracht.

Weiterer Hilfstransport

Kaum jemand bei uns kann sich vorstellen, was es bedeutet, unter so anhaltend schlechten Verhältnissen leben zu müssen. Manche hilflose Menschen erfrieren einfach in ihren Wohnungen, weil kriegsbedingt Infrastruktur, unter anderem Kraftwerke und Einrichtungen zur Wasserversorgung, zerstört werden. Die Ukrainer selbst nennen diese Taktik „Kholodomor” - Tötung durch Kälte. Auch wenn nur wenige direkt sterben, so zermürbt dieses Vorgehen doch die Menschen immer mehr. Durch die Kälte frieren die Heizungen ein. Wenn auf einmal wieder warmes Wasser durch zugefrorene Leitungen fließt, können diese platzen, eine Wohnung überschwemmen, die dann ganz unter Wasser oder wieder im Eis steht. Dann muss repariert werden – aber wie, wenn die Ersatzteile fehlen?

Ljuba, Mitarbeiterin eines GAiN-Projektpartners im Land, erzählt von Hanna, einer alten Dame, die sie schon öfter besucht haben: „Auch heute bringen wir ihr ein Lebensmittelpaket mit. Sie freut sich über den Tee, das Öl und die Feuchttücher. Im Sessel sitzt ihr Mann. Er kann nicht mehr gehen. Mit einem Gasbrenner versuchen sie, sich ein bisschen zu wärmen. Gut, dass wir auch warme Jacken für die beiden dabei haben. Als wir sie fragen, wie es ihnen geht, weint Hanna wieder. Sie hatte in der vergangenen Nacht Angst, nicht mehr aufzuwachen. Beide sind krank. Aber es schmerzt Hanna zusätzlich, ihren gelähmten Mann in diesen Umständen leiden zu sehen. ‚Wir kommen wieder’, sagen wir zum Abschied.” Hanna und ihr Mann sind nur eine von vielen Familien, die GAiN in diesen schweren Zeiten unterstützt.

Um Menschen wie Hanna und ihren Mann versorgen zu können, schickt das Hilfswerk aktuell wöchentlich einen Hilfstransport in die Ukraine. Darin befinden sich unter anderem Generatoren, Öfen, Heizlüfter, Entfeuchter und Powerbanks. Um diese Transporte zu finanzieren, bittet GAiN um Spenden. Wer selbst anpacken will, kann Lebensmittel- bzw. Hygienepakete packen und bei der Hilfsorganisation zu folgenden Zeiten abgeben: Montag bis Freitag 9 bis 12.30 Uhr und Montag bis Donnerstag 13.30 bis 16 Uhr.

Die humanitäre Hilfsorganisation GAiN leistet Katastrophenhilfe, langfristige Nothilfe und Hilfe zur Selbsthilfe und trägt dazu bei, dass die Ärmsten und Benachteiligten der Welt, die sich nicht selbst helfen können, eine neue Perspektive für ihr Leben und Hoffnung für ihre Zukunft gewinnen. Weitere Infos zu GAiN und die Anleitung zum Packen der Lebensmittel- und Hygienepakete gibt es unter www.gain-germany.org.

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