Nachdem Igel Butzi im vergangenen Winter vom gemeinnützigen Wöllstädter Tierschutzverein Igelmama liebevoll aufgepäppelt worden war, konnte er nach seinem Winterschlaf in sein Butzbacher Revier entlassen werden.
Vor wenigen Wochen wurde Igel Butzi von seiner damaligen Finderin wieder entdeckt. Gerade jetzt seien die kleinen Stacheltiere auf aufmerksame Menschen angewiesen, schreibt Heike Roth. Jetzt direkt vor ihrem Winterschlaf müssten sich die Tiere genügend Fettreserven anfressen – doch das sei gar nicht so einfach. „Viele Igel drohen zu verhungern, weil in unseren Gärten nicht mehr genug Futter zu finden ist.“
Igel sind Insektenfresser und bevorzugen beispielsweise Käfer, Larven von Nachtschmetterlingen oder Ohrenkneifer. Wenn davon nicht genug zur Verfügung steht, kommen auch Spinnen, Regenwürmer oder Schnecken auf den Speiseplan. Diese Tiere können aber von Lungen- und Darmwürmern befallen sein, die vor allem unterernährten Igeln zum Verhängnis werden können.
Igelfreunde sollten jetzt verstärkt nach kleinen, zierlichen Igeln mit einer spitzen Schnauze Ausschau halten. Vor allem, wenn die Tiere bei Tageslicht zu sehen sind, brauchen sie höchstwahrscheinlich Hilfe. In diesen Fällen sollte dringend eine Igelstation angerufen werden, bittet Roth. Hier sind meist ehrenamtliche Tierschützer aktiv, die viel Erfahrung mit der Rettung dieser bedrohten Tierart haben und mit Tipps und Handlungsempfehlungen weiterhelfen können.
„Igel sollten in dieser Jahreszeit mit gutem, sehr fleischhaltigem Katzenfutter zugefüttert werden, auch hochwertiges Katzentrockenfutter ist geeignet. Zum Schutz vor Ratten und ungebetenen Mitessern empfiehlt es sich, das Futter und Wasser in ein Igelfutterhaus zu stellen.“
Ihren Winterschlaf halten Igel in Laub- und Reisighaufen, die leider aus vielen Gärten verschwunden und so selten geworden seien, dass die Igelpopulation auch deswegen immer mehr zurückgehe. „Gartenbesitzer, die Igeln helfen möchten, sollten deshalb einen Laubhaufen für ihre kleinen Gäste bereithalten.“ Auch Igelfreunde, die keinen Garten haben, könnten den Igelschutz unterstützen. „Jede helfende Hand und jede Spende ist willkommen“, schreibt Roth.