Der 18. Almabtrieb in Nieder-Bessingen war auch in diesem Jahr ein besonderes Ereignis für den Licher Stadtteil. Unter der Leitung von Ingo Lotz machten sich zahlreiche Helfer mit der Herde von der Sommerweide auf der Albertushöhe auf den Weg zur Herbstweide am Kindergarten. Angeführt wurde die Herde von Bulle Julius und Jungbulle Lars. Insgesamt 27 Kühe waren beim Almabtrieb zudem dabei. Den Auftakt bildeten 13 historische Schlepper verschiedener Marken.
Gegen 10.40 Uhr erreichte die Herde den Sportplatz, wo die „Bessinger Säustall-Schwalben“ die Ankunft musikalisch begleiteten. Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um das traditionelle Spektakel mitzuerleben. Anschließend zog die Herde durch die Straßen des Orts zur Herbstweide.
Blumenschmuck begeistert
Neben Bulle Julius waren es vor allem die festlich mit Blumen, Bändern und teilweise kunstvollem Kopfschmuck geschmückten Kühe, die die Blicke auf sich zogen.
Der Blumenschmuck macht den Almabtrieb zu einem besonderen Fest und zeigt die Verbundenheit der Menschen mit ihren Tieren und der Natur. Die Blumen und der Schmuck haben außerdem eine symbolische Bedeutung. Sie stehen für Dankbarkeit, Freude und einen glücklichen Verlauf des Sommers auf der Alm.
Nach dem Eintreffen der Tiere verlagerte sich das Geschehen zum Festzelt am „Kaffeehannes“. Dort sorgte das Duo Wöll Plus für musikalische Stimmung. Ingo Lotz bedankte sich bei den mehr als 60 Helfern und Mitwirkenden, ohne deren Unterstützung die Veranstaltung nicht möglich wäre.
Fassbieranstich und Bullenschätzen
Ein besonderer Moment war der Fassbieranstich durch Sinja Lotz, die mit 21 Jahren die jüngste Person war, die diese Aufgabe beim Almabtrieb bisher übernommen hat. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Alexander Gottuck, der an diesem Tag zugleich seinen 46. Geburtstag feierte, gelang ihr der Anstich nach nur vier Schlägen.
Zum Abschluss durfte sich Markus Wolla aus Queckborn freuen: Er hatte beim Bullenschätzspiel das Gewicht von Bulle Julius exakt getroffen. Beachtliche 1.010 Kilogramm bringt das Tier auf die Waage.