18. Oktober 2019, 11:00 Uhr

Haiger

Stadt bietet vorerst nur noch Fichtenholz an

Haigerer Bürger, die Brennholz aus dem Stadtwald erwerben wollen, können in der Saison 2019/2020 nur Fichtenholz kaufen.
18. Oktober 2019, 11:00 Uhr
Auch die Buchen sind von Schäden betroffen. Hier die »neue Buchenkomplexkrankheit« - ein Pilzbefall, der zum Absterben des Baums führt. Foto: Christoph Krumm

Derzeit hätten die städtischen Forstleute alle Hände voll damit zu tun, Verkehrssicherung im Wald zu betreiben. Das bedeutet, dass eine große Menge Schadholz - verursacht durch einen starken Borkenkäferbefall - aufgearbeitet werden muss.

Verkauft wird ab sofort nur noch »gerücktes Fichtenholz« - also Holz, das von den Experten gefällt und an den Wegesrand »gerückt« wurde. Von diesem sicheren Ort aus kann es von Privatleuten abgefahren werden. »Angesichts der enormen Belastung gibt es keine personellen Kapazitäten, auch Laubholz anzubieten«, sagte Revierförster Sebastian Biener.

Fichtenholz sei derzeit »im Überfluss vorhanden«. Der Borkenkäfer habe derart gewütet, dass ein Überangebot existiere.

Gefahr von oben

Leider gebe es auch schadhaftes Laubholz. In diesen Beständen könne jedoch aus Sicherheitsgründen nicht gearbeitet werden. Ein in dieser Form und Intensität auftretender, völlig neuer Schadverlauf, hauptsächlich Buche, durch Trockenheit, Insekten und insbesondere holzzersetzende Pilze lässt Bäume in kürzester Zeit absterben und macht die Gefahr durch herabfallende Kronen(-teile) unkalkulierbar.

Unterschiede ohne Laub kaum erkennbar

»Der Befall erfolgt rasend schnell. Wenn die Pilze die Krone befallen haben, kann zwei Wochen später die Krone herunterfallen«, sagte Biener. Problematisch werde dies wenn das Laub abgefallen sei: »Dann ist nicht mehr zu unterscheiden, welcher Baum tot und welcher lebendig ist.«

Zudem wäre es aus seiner Sicht fatal, jetzt gesunde Bäume zu fällen, da die weitere Entwicklung im Forst nicht absehbar ist. Der Witterungsverlauf im Winter und Frühjahr 2020 sei möglicherweise entscheidend. Eine genauere Einschätzung sei vermutlich erst danach möglich.

Die Bereitstellung von Laubindustrieholz (an den Weg gerücktes Holz) durch städtische Forstwirte ist derzeit ebenfalls nicht möglich, da die gesamte Arbeitsleistung in der Verkehrssicherung benötigt wird.

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