Marburg

Spaltung der Gesellschaft verhindern

Mehr als 60 Teilnehmer der zweiten Bildungskonferenz des Kreises haben sich mit der Frage beschäftigt, wie sich die Zukunft der Bildung im Kreis gestalten lässt.
11. Mai 2018, 11:00 Uhr
Kai Seibel (Stadt Offenbach) erläutert die Möglichkeiten eines systematischen Datenmanagements in der Entwicklung von Bildungsangeboten. Karin Buchner vom Beratungsdienstleister Ser-Ve moderierte die Veranstaltung. Foto: Landkreis

Während der Veranstaltung unter dem Titel »Bildung 2030« erläuterte der Zukunftsforscher Professor Dr. Dr. Axel Zweck vom VDI Technologiezentrum, wie sich die Gesellschaft bis zum Jahr 2030 aus Sicht der Wissenschaft verändern werde und welchen Einfluss dies auf den Bildungsbereich nehmen könnte. »Bei Zukunftsforschung geht es nicht um Wahrsagerei, sondern darum, möglichst gut auf die Zukunft vorbereitet zu sein«, sagte Professor Zweck.

Frühzeitig auf digitales Lernen setzen

In Bezug zur Bildung sei es vor allem die digitale Kompetenz Dreh- und Angelpunkt für die Teilhabe in der künftigen Wissensgesellschaft, sagt Axel Zweck. Dementsprechend sei eine Spaltung der Gesellschaft in Menschen mit und ohne digitale Kompetenzen und damit mit und ohne Zugang zur Wissensgesellschaft unbedingt zu verhindern. Hierzu müsse frühzeitig auf ein fächerübergreifendes, digitales Lernen gesetzt werden.

Auch die zweite Bildungskonferenz des Landkreises Marburg-Biedenkopf ist Teil des Programms »Bildung integriert«, mit dem die Kreisverwaltung an der Entwicklung der »Bildungslandschaft Marburg-Biedenkopf« arbeitet. Damit wolle der Kreis dazu beitragen, »eine Bildungslandschaft zu gestalten, die nicht von den Institutionen her, sondern aus der Perspektive der Menschen mit ihren vielfältigen Bildungsbedürfnissen gedacht und gestaltet ist«, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Daten helfen zur besseren Optimierung

Hierbei wird neben der besseren Vernetzung von Bildungsakteuren auch auf den Aufbau eines sogenannten Datenbasierten Kommunalen Bildungsmanagements (DKA) gesetzt. Beispiele für ein solches datenbasiertes Vorgehen brachte Kai Seibel von der Fachstelle Bildungskoordinierung der Stadt Offenbach mit ein.

Dort arbeite man bereits seit längerem systematisch anhand von Datenmaterial am Thema Bildung und habe hierdurch, auf Grundlage entsprechenden Materials, beispielsweise die Abläufe zur Einschulung optimieren und eine gezieltere Mittelvergabe zur Sprachförderung in Grundschulen organisieren können. Dabei sei allerdings klar, dass »das reine Sammeln und Aufbereiten von Daten noch keine Veränderung herbeiführt«, erklärt Seibel. Allerdings werde anhand der Daten eine Grundlage geschaffen, auf der Bildungsakteure weitere Schritte entwickeln könnten.

Neben den Vorträgen aus der Theorie und Praxis erwartete die Teilnehmer auch die Gelegenheit, sich in einer von vier Arbeitsgruppen zu den Themen Konzeption von Bildung, Einfluss der Digitalisierung, Bildungsorte der Zukunft und Lebenslanges Lernen einzubringen.

Lehrer fit machen

Hierbei wurde deutlich, das digitale Medien nicht zum Selbstzweck sondern nur dann einzusetzen seien, wenn sie für den Lernenden auch einen Mehrwert haben. Zudem müssten Lehrkräfte weiter in Sachen digitales Lernen fit gemacht und darüber entschieden werden, in welchem Alter und auf welche Weise das digitale Lernen angeboten werden solle. Außerdem wurden Fragen der sozialen Kompetenz, flexibler Lernorte und des Erhalt von Offline-Lernorten diskutiert.

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