09. Oktober 2019, 15:00 Uhr

Marburg

Mehr als 380 Anregungen für Zukunft der Oberstadt

Bei den ersten beiden Touren des Roten Sofas durch die Oberstadt haben zahlreiche Bürger ihre Ideen zur Aufwertung des Quartiers als Lebens- und Arbeitsraum mitgeteilt.
09. Oktober 2019, 15:00 Uhr
Dr. Stefan Blümling (rechts) vom Referat für Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung der Stadt Marburg sprach mit Bürgern auf dem Roten Sofa zum Thema Weiterentwicklung der Oberstadt als Lebens- und Arbeitsraum. Foto: Thomas Steinforth/Stadt Marburg

Die Anregungen sind nun ausgewertet. Bis Ende 2020 will die Stadt unter Berücksichtigung der Ideen das Zukunftskonzept Oberstadt entwickeln. »Wir sind sehr erfreut darüber, dass so viele Marburger an den ersten beiden Aktionssamstagen zum Roten Sofa gekommen sind und uns ihre Ideen mitgeteilt haben«, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der selbst mit den Bürgern auf dem Sofa diskutierte. »Ein Quartier lebt maßgeblich vom Interesse und Engagement der Bewohner, Besucher und Gewerbetreibenden. Von daher ist es uns wichtig, dass sich alle in das Zukunftskonzept Oberstadt einbringen und es mitgestalten können.«

Beiträge per Gespräch oder schriftlich

Neben direkten Gesprächen auf dem Roten Sofa lagen Postkarten aus, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen und Anregungen für die Oberstadt zu formulieren und so einen ersten Beitrag zum Oberstadtdialog zu leisten. Aus den beiden Rote-Sofa-Tagen kamen mehr als 140 Postkarten zusammen. Mit den zahlreichen anderen Beiträgen aus E-Mails oder Briefen ergaben sich insgesamt mehr als 380 Anregungen. Zur Auswertung wurden diese in verschiedene Themengebiete gebündelt.

Spitzenreiter war das Thema Mobilität und Verkehr mit 71 Nennungen. Die zentrale Anregung sowohl im Bereich Mobilität und Verkehr, als auch im Rahmen der gesamten Befragung bezieht sich auf die Einschränkung beziehungsweise das Verbot des Auto-Durchgangsverkehrs. Hinzu kommt der Wunsch nach einer verbesserten Barrierefreiheit sowie Erreichbarkeit der Oberstadt und deren zentralen Einrichtungen. In diesem Zusammenhang wird sowohl auf Seiten der Auto- als auch Fahrrad-Nutzer ein erhöhtes Stellplatzangebot gewünscht.

An zweiter Stelle kommt der Bereich Gewerbe und Einzelhandel mit 66 Nennungen. Die Verbesserung der Leerstandssituation in der Oberstadt ist ein zentrales Thema. Begleitet wird dieser Impuls von verschiedenen Nutzungsideen, wie beispielsweise die Umnutzung als Wohnraum, als Kunstatelier, als Abstellraum für den Einzelhandel oder als Standort für Start-ups. Zudem wird auf bestehende hohe Ladenmieten und eine potenzielle Verdrängung kleinerer Gewerbe verwiesen. Des Weiteren wurde ein gewisser Bedarf an Grund- und Nahversorgung geäußert.

Der am dritthäufigsten genannte Themenbereich ist Wohnen in der Oberstadt mit 42 Nennungen. Hier lag der Fokus besonders auf der sozialen Mischung der Bewohnerschaft und der Befürchtung, dass sich diese weitergehend homogenisieren könnte. Vorschläge zu einer Mietpreisbremse und Belegungsbindung wurden in diesem Zuge auch genannt.

Weitere prägnante Anregungen waren unter anderem der Wunsch nach mehr öffentlichen Sitzmöglichkeiten im Quartier, mehr Sauberkeit und Begrünungen. Auf einer Karte haben die Passanten auch konkrete Vorschläge zu bestimmten Orten angepinnt.

Neben der Vielzahl an Ideen zur Verbesserung wurden auch etliche positive Rückmeldungen verzeichnet. So stelle der Samstagsmarkt mit seinem speziellen Sortiment einen Mehrwert für die Lebenskultur in der Oberstadt dar. Generell schätzen Marburger an der Oberstadt das besondere Warensortiment und das einzigartige mittelalterliche Flair mit historischer Bebauung. Durch die Kompaktheit der Infrastrukturen, den vielfältigen Angeboten für Kinder und abwechslungsreiche Aktionen biete die Oberstadt ein einzigartiges Erlebnisspektrum für alle Altersklassen.

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