09. April 2019, 11:00 Uhr

Aßlar

Lahn-Dill übt Ausbruch der Schweinepest

Der Lahn-Dill-Kreis ist laut Deutschem Jagdverband der wildschweinreichste Kreis in Deutschland. Dies erhöht das Risiko zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Dagegen beugt der Landkreis vor.
09. April 2019, 11:00 Uhr
Die Gefahr, dass die Afrikanische Schweinepest Deutschland und auch den Landkreis befällt, ist sehr hoch. Davon sind alle Schweinearten betroffen. Foto: Lahn-Dill-Kreis

Aktuell wütet die Tierseuche, die für den Menschen ungefährlich ist und sich unter Wild- und Hausschweinen ausbreitet, in osteuropäischen Ländern, ebenso im französisch-belgischen Grenzgebiet sowie kurz vor dem Übergang nach Luxemburg.

Es stellt sich daher nicht die Frage, ob die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland kommt, sondern wann. Was man dagegen tun kann? Gut vorbereitet sein. Denn eine Impfung gibt es nicht.

Aus diesem Grund hat der Lahn-Dill-Kreis nun zwei Tage lang bei Aßlar im Rahmen einer Großübung analysiert, welche Faktoren ein Ausbruch mit sich bringen würde. Auch deren Aus- und Bewertung sind entscheidend, um im Ernstfall richtig zu handeln.

An der Übung teilgenommen haben Jäger, Förster und Landwirte aus dem Kreisgebiet, Amtstierärzte aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie Gemeinden, die hessischen Regierungspräsidien, das hessische Veterinär- und Innenministerium und das Veterinärministerium aus Rheinland-Pfalz und natürlich Feuerwehr und Polizei.

Keine Tiere zu Schaden gekommen

Neben der Theorie mit Vorträgen wurden dabei auch Bergung, Abtransport sowie Entsorgung eines Wildschweinkadavers erprobt. Auch das Thema Dekontamination spielt eine wichtige Rolle. Wichtig zu wissen: Es war eine Übung – kein Schwein ist extra dafür zu Schaden gekommen. Trotzdem sollte die Übung möglichst realitätsnah sein. Ein Wildschweinkadaver eines Verkehrsunfalls wurde dazu verwendet.

Bereits die Bergung des drapierten Kadavers im Bachlauf des Holzerbachs bei Aßlar war für die Beteiligten eine Herausforderung – wie es wohl auch im Ernstfall wäre: Unwegsames Gelände, Schlamm, Wasser und ein totes Wildschwein, das knapp 40 Kilo wiegt. Schutzanzug, Handschuhe und Mundschutz erschwerten die Bergung zusätzlich.

Was wäre wenn?

Würde die Afrikanische Schweinepest etwa in einem Hausschweinbetrieb ausbrechen, müssten alle Tiere des betroffenen Bestandes getötet und unschädlich beseitigt werden. Es würden Sperr- und Beobachtungsbezirke eingerichtet. Sowohl Schweinebestände als auch Wildschweine in diesen Zonen würden intensiv untersucht. Besonders wichtig wäre dann, die betroffenen Gebiete nach Kadavern abzusuchen, da sich daran weitere Wildschweine infizieren können. Das Virus kann in einem Kadaver bis zu einem Jahr überleben.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Übung war es also außerdem, die Kommunikationswege zwischen Kommunen, dem Landkreis und dem Land zu erproben.

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