26. Januar 2019, 15:00 Uhr

Marburg

Diskriminierung und Identität sind Thema

Um wichtige Themen geht es beim 16. Marburger Ökumenegespräch, das in der Alten Aula der Philipps-Universität stattfindet.
26. Januar 2019, 15:00 Uhr
Von links: Dekan Burkhard zur Nieden, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Kariona Kupka-Stavrou, Ruth Fischer (Fachdienstleitung Kultur) und Dr. Markus Lersch laden zum Ökumene-gespräch ein. Foto: Patricia Grähling/Stadt Marburg

Die Hauptreferate der renommierten Gemeinschaftsveranstaltung von Stadt, Universität und Kirchen halten die Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckhardt, Prof. em. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz aus Erlangen und Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr aus Leipzig.

Thema hat »enorme Sprengkraft«

Für die Kirchen habe das Thema »enorme Sprengkraft«, erklärte Dekan Burkhard zur Nieden vom evangelischen Kirchenkreis Marburg. Die Kirche wirke weit über Mitteleuropa hinaus. Viele protestantische Migrantinnen und Migranten schlössen sich der evangelischen Kirche nicht an, weil sie gegenüber den Kirchen und Familien in der Heimat nicht vertreten könnten, zu einer Kirche zu gehen, die homosexuelle Menschen traut. »Wir wissen, was wir tun, und wir tun es bewusst«, sagte zur Nieden zur Themenwahl, »aber es hat auch Auswirkungen«.

Diskriminierung und Identität sind auch Thema in der katholischen Kirche, ergänzte Dr. Markus Lersch vom Katholisch-Theologischen Seminar der Philipps-Universität. Es gebe konservative und liberale Gruppierungen, es gebe die Diskussion um eine einheitliche christliche Identität oder eine »Identität der Vielen«. Und: »Bringt die einheitliche Identität eine Ausgrenzungsperspektive mit sich oder gerade eben nicht?«. Das Marburger Ökumenegespräch sei ein Rahmen, in dem solche Fragen offen und über Konfessionsgrenzen hinweg diskutiert werden könnten.

Die drei Referentinnen des Tages decken unterschiedliche Seiten ab. Von katholischer Seite hält Gerl-Falkovitz ein Referat. Eine evangelische Sicht und ebenso ihre Berliner Erfahrungen bringt Göring-Eckardt ein. Soziologisch argumentiert Wohlrab-Sahr. »Damit stehen dann Einsichten zur Verfügung, die künftig auch in den Debatten der Marburger Zivilgesellschaft um Diskriminierung und Identität hilfreich sein können«, erklärte Dekan Burkhard zur Nieden.

Tagesprogramm

Nach der Eröffnung am Samstag sprechen die drei Gastreferentinnen. Im Anschluss steht eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, moderiert von Prof. Dr. Malte Dominik Krüger (FB Evangelische Theologie). Nach der Mittagspause leitet Dekan zur Nieden eine Gesprächsgruppe. »Die Gespräche in der Podiumsdiskussion sind manchmal so bewegend, dass die Teilnehmenden noch Redebedarf haben. Dem soll hier Raum gegeben werden«, erklärt Kariona Kupka-Stavrou, stellvertretende Fachdienstleitung Kultur. Um 15.45 Uhr halten Propst Helmut Wöllenstein und Dechant Franz Langstein einen ökumenischen Gottesdienst in der Universitätskirche.

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