07. Februar 2019, 11:00 Uhr

Biedenkopf

Betten mit Evakuierungstüchern ausgestattet

Alltäglich brennt es im Krankenhaus – aber eher im übertragenen Sinne: weil ein Notfallpatient sofort behandelt werden muss oder etwas Unvorhergesehenes passiert.
07. Februar 2019, 11:00 Uhr
Mit dem Evakuierungstuch kann eine schnelle Rettung durch eine Einzelperson erfolgen. Foto: DRK

Für all das sind die Krankenhausmitarbeiter gerüstet. Sie arbeiten in eingespielten Teams, die solche Situationen täglich meistern. Aber was geschieht, wenn wirklich ein Feuer ausbricht?

Brandschutzschulung mit Test

Im Notfall zählt jede Sekunde. Aus diesem Grund absolvieren alle Mitarbeiter des DRK-Krankenhauses in Biedenkopf mindestens einmal im Jahr eine Brandschutzschulung mit einem abschließenden Test. Sie wissen, wie sie sich im Brandfall verhalten müssen, kennen Flucht- und Rettungswege, Rettungstechniken und sind über die richtige Handhabung von Feuerlöschern bestens informiert.

Aber nicht nur die Mitarbeiter müssen in so einem Ausnahmezustand »funktionieren«, auch die Ausstattung sollte stimmen. Aus diesem Grund hat das DRK-Krankenhaus im Rahmen des Brandschutzkonzepts alle Betten mit Evakuierungstüchern ausgestattet und die Handhabung mit Ärzten und Pflegekräften bereits getestet.

»Das Leben und die Unversehrtheit des Patienten haben oberste Priorität. Deshalb haben wir für das ganze Krankenhaus Evakuierungstücher angeschafft, sodass eine Pflegekraft mit wenigen Handgriffen Leben retten kann«, so A. Cornelia Bönnighausen, die Vorstandsvorsitzende des DRK-Krankenhauses in Biedenkopf. Die Bettrettung sei in vielen Krankenhäusern die einzige Möglichkeit, um bei einem Brand einen bettlägerigen Patienten aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Einsatzkräfte können mit der Evakuierung eines Patienten wertvolle Zeit verlieren, weil dieser erst auf eine Rettungstrage umgebettet werden muss, bevor er abtransportiert werden kann. Zudem werden zwei Rettungskräfte benötigt, während mit einem Evakuierungstuch eine Pflegekraft mit wenigen Handgriffen Leben retten kann. Viele Feuerwehren empfehlen deshalb den Einsatz von Evakuierungstüchern im Krankenhaus, wobei dieser nicht vorgeschrieben ist.

Handhabung von Evakuierungstüchern

Die neuen Tücher bieten eine einfache Möglichkeit, den Evakuierungsprozess im Notfall zu optimieren. Die Tücher befinden sich permanent unter jeder Bettmatratze. Im Ernstfall werden die Patienten mit einem Gurt gesichert und der Helfer zieht die Einheit aus Tuch, Matratze und Patient aus dem Bett über den Flur zum nächst gelegenen Brandabschnitt. Es ist sogar möglich, den Patienten über das Treppenhaus zu befördern.

Der atmungsaktive Stoff des Evakuierungstuchs nimmt keine Flüssigkeiten auf, ist mit Desinfektionsmittel abwaschbar und kann bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Im normalen Tagesbetrieb sind die Evakuierungstücher nicht störend, da die Sicherungsbänder in Taschen gesichert werden und somit eine störungsfreie Bettenaufbereitung ermöglicht wird.

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