22. Juni 2019, 11:00 Uhr

Wetzlar

Auf dem Alten Friedhof plätschert’s wieder

»Wasser marsch« hieß es am Donnerstag auf dem Alten Friedhof. Nach langem Stillstand wurde die Kaskade unterhalb der Trauerhalle wieder in Betrieb genommen.
22. Juni 2019, 11:00 Uhr
Nach sechs Jahrzehnten fließt wieder Wasser.

Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) und Umweltdezernent Norbert Kortlüke (Grüne) gaben den Startschuss für den Wasserfluss. Zunächst läuft die Anlage täglich in der Zeit von 8 bis 18 Uhr.

Die 1928 erbaute Kaskade war seit geschätzten sechs Jahrzehnten außer Betrieb, die Bauunterhaltung aus Kostengründen nicht mehr gewährleistet. Zwischenzeitlich waren die Becken der Kaskade mit Erde verfüllt und notdürftig begrünt.

»Juwel« blieb lange unentdeckt

Vor zehn Jahren hat die Friedhofsverwaltung das Kleinod »wiederentdeckt«, freigelegt und so die Schäden unübersehbar herausgestellt: Die umgrenzenden Mauern waren teilweise zerfallen, die Fugen ausgebrochen und die Mauerabdeckungen aus Naturstein fehlen sogar zum Teil.

Die Becken aus Beton waren undicht und wiesen grobe Risse und Ausbrüche auf. Die Wassertechnik für die Anlage fehlte komplett. Zusammen mit der Trauerhalle und dem Krematorium bildet die Kaskade ein »wohldurchdachtes Kulturdenkmal«, stellte Stadtarchivarin Dr. Irene Jung fest.

Im Jahre 2008 hat die Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss gefasst, zu dem unter Denkmalschutz stehenden Alten Friedhof ein »Friedhofspflegewerk« anfertigen zu lassen, in dem zu lesen stand: »… die besonderen baulichen Anlagen wie Aussichtsturm, Pergola und Kaskade bleiben erhalten und werden nach historischem Vorbild saniert«.

Jetzt wurde das Bauwerk für 338.000 Euro komplett erneuert und mit bekam außerdem eine Wasseraufbereitungsanlage spendiert.

Großzügige Spenden

Dankbar ist die Stadt für folgende Spenden und Förderungen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz: 36.000 Euro, Landesamt für Denkmalpflege: 30.000 Euro, Private Spender und Bürgerstiftung: 18.000 Euro.

Das gibt’s sonst nur in München

Alle am Bau beteiligten Unternehmen haben in nur zehn Monaten eine Anlage geschaffen, von der es auf deutschen Friedhöfen nur noch eine weitere gibt: am Ostfriedhof in München. Die Gärtner- und die Pflasterarbeiten wurden von den Auszubildenden des Stadtbetriebsamtes ausgeführt.

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