Kassen-Ärzte wollen Bereitschaftsnummer bekannter machen

Ein plötzlicher Unfall passiert und man kontaktiert den Notarzt. Dazu muss jedoch nicht zwingend die 112 gewählt werden. Es gibt auch eine Alternative. Allerdings wissen das nicht viele. Das soll sich nun ändern.
11. Oktober 2017, 15:10 Uhr
Die Bereitschaftsnummer 116117 wird in Deutschland bisher wenig genutzt. Daher gibt es nun eine Aktion, die die Nummer bekannter machen soll. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Kassen-Ärzte wollen ihren Bereitschaftsdienst ausbauen und die Bereitschaftsnummer 116117 bei Patienten bekannter machen. Dazu riefen sie die bundesweiten Tage des Bereitschaftsdienstes mit vielen Aktionen aus.

Mit einem Info-Paket soll den Patienten in den Wartezimmern von Arztpraxen vermittelt werden, zu welchem Anlass sie die 116117 und wann sie den Notruf 112 wählen sollten.

Immer noch gehen zu viele Patienten mit zum Teil geringfügigen gesundheitlichen Problemen direkt in die Notfallambulanzen der Krankenhäuser . Dort kommt es dann häufig zu langen Wartezeiten und Überlastung der behandelnden Krankenhaus-Ärzte.

Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, erläuterte am Mittwoch in Berlin, wenn ein Patient außerhalb der Praxisöffnungszeiten ärztliche Behandlung brauche, es sich aber nicht um einen Notfall handele, könne er sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen wenden. Dazu müsse er nur die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 wählen.

Die Kassen-Ärzte wollen deshalb ihre Bereitschaftsdienste weiter ausbauen, wie KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte. Die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen dafür passende Lösungen für die Bereitschaftsdienste in ihrer Region festlegen. Möglich seien je nach regionaler Organisation des Bereitschaftsdienstes Hausbesuche, Notfallpraxen oder Bereitschaftsdienstzentren der Kassenärztlichen Vereinigungen, sagte Gassen.

Zudem solle eine bestimmte Zahl von sogenannten Portalpraxen an Kliniken angesiedelt werden. Dort solle dann von Vertragsärzten und Klinikärzten gemeinsam entschieden werden, ob der jeweilige Patient tatsächlich ins nahegelegene Krankenhaus müsse oder direkt in der Portalpraxis ambulant versorgt werden könne.

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