Bodenständig, aber besonders: Rote Bete schmeckt auch süß

Sie verleiht vielen Gerichten ein intensives Pink: Trotzdem weiß nicht jeder etwas mit Roter Bete beim Kochen anzufangen. Viel falsch machen kann man mit der Knolle aber gar nicht. Sie schmeckt sowohl roh als auch gekocht, gebacken oder im Kuchen.
06. Dezember 2017, 04:35 Uhr
Von Ulrike Geist, dpa
Lecker, saftig und nicht süß: Die besondere Zutat in diesem Kuchen sind geraspelte Rote Bete. (Foto: Kristina Jansson & Natalie Russi/www.fona.ch/dpa-tmn)

Sie heißt Rote Bete, Rote Rübe, Rande oder Rahne: Manche kennen die rote Knolle noch als Salat aus Omas Einmachgläsern. Mittlerweile hat Rote Bete sogar die moderne Küche erobert.

Mit ihrer leuchtenden Farbe und ihrem leicht erdigen Geschmack passt sie in Gebäck, Suppen, Aufläufe, Smoothies und sogar Desserts. Die Rote Bete ist vielseitig einsetzbar: Das schätzt Kristina Jansson an ihr besonders. Sie ist Rezeptentwicklerin und Mitautorin des Buches «Tolle rote Knolle». Rote Bete passt gut zur aktuellen Bewegung, bei der man sich auf ursprüngliche Lebensmittel zurückbesinnt.

Vom Aperitif bis zum Dessert reicht Janssons Kanon der Rote-Bete-Rezepte: Zum Einstieg eines Menüs serviert sie Apero-Ringli, ein mit Kümmel und Anis gewürztes Gebäck, das seine ansprechende Farbe Rote-Bete-Saft verdankt. Oder es gibt gleich eine Rote-Bete-Margarita aus je 4 cl Tequila, Cointreau, Rote-Bete- und Blutorangensaft, abgerundet mit 1 cl Zitronensaft.

Auf die Vorspeise - eine Rote-Bete-Mousse mit geräucherter Forelle oder einen Rote-Bete-Orangen-Salat - folgen zum Hauptgang Gerichte wie Rote-Bete-Gnocchi oder Flammkuchen, der neben den klassischen Zutaten noch mit feinen Scheiben gekochter Roter Bete belegt wird. Als krönenden Abschluss schlägt Jansson in ihrem Buch Desserts wie Rote-Bete-Schoko-Eis oder Rote-Bete-Kuchen vor.

Margot Fischer, Ernährungswissenschaftlerin und Autorin eines umfangreichen Werks zur Roten Bete, schätzt die Knolle außerdem in Kombination mit Gewürzen und Lebensmitteln wie Apfel, Basilikum, Estragon, Fenchel, Ingwer, Mango und Walnuss.

Gegart wird die Rote Bete entweder im Backofen oder in kochendem Wasser. Wegen des Aromas und der kürzeren Garzeit bevorzugt Fischer die Backofenmethode. Dazu schneidet sie die Knolle in nicht zu dicke Scheiben, benetzt diese mit Öl und backt sie 20 bis 25 Minuten bei 200 Grad. Ältere Knollen werden geschält, bei jungen bleibt die Schale dran.

Alternativ kann man Rote Bete mit Schale je nach Größe in 30-50 Minuten in kochendem Wasser garen. Nach dem Kochen schreckt man sie am besten ab, dann lässt sich die Schale leicht abziehen.

Die Rote Bete sieht aber nicht nur gut aus, sondern ist auch noch gesund: «Rote Rüben sind reich an wertvollen Aminosäuren, Ballaststoffen, Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen,» sagt Ernährungswissenschaftlerin Fischer. Unter anderem enthalten sie viel Folsäure.

Um in den vollen Genuss der wertvollen Nährstoffe zu kommen, empfiehlt Melina Schützelhofer von der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz, die Rote Bete als Rohkost zuzubereiten. Für eine vitaminreiche Vorspeise schlägt sie ein Carpaccio aus dünnen rohen Rote-Bete- und Zucchinischeiben mit Essig, Öl und Nüssen vor. «Nüsse passen auch in einen frischen Salat aus geraspelten Möhren und Roten Beten», sagt Ökotrophologin Schützelhofer.

Literatur:

Kristina Jansson, Natalie Russi: Tolle rote Knolle, Fona Verlag, Euro 19,90, 112 S., ISBN-13: 9783037805770

Margot Fischer: Rote Rübe, Rote Bete, Mandelbaum Verlag, Euro 12, 60 S., ISBN-13: 9783854764786

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